Una voce poco fa

Opera Paraphrases for 4 Saxophones and Piano. Werke von Jun Nagao, Gioacchino Rossini, Giacomo Puccini/Andreas Hilner, George Gershwin/Sylvain Dedenon, Wolfgang Amadeus Mozart/Chikage Imai

Rubrik: CDs
Verlag/Label: MDG 603 1272-2
erschienen in: das Orchester 06/2006 , Seite 89

Mit Daniel Gau­thi­er, Lutz Kop­petsch, Mar­tin Hilner und Sebas­t­ian Pottmeier, den vier Sax­o­fon­is­ten, aus denen das Alliage Quar­tett beste­ht, haben die fünf einge­spiel­ten Titel meis­ter­liche Inter­pre­ten gefun­den. Das­selbe gilt natür­lich auch für die aus­geze­ich­nete Pianistin Jang Eun Bae.
Die fünf in der Tra­di­tion klas­sis­ch­er Har­moniemusiken vor­liegen­den Arrange­ments, die hier auch noch zweimal vom Klavier unter­stützt wer­den, sind sehr geschmack­voll gestal­tet und bere­it­en großes Hörvergnü­gen.
Die Ouvertüre aus Der Bar­bi­er von Sevil­la von Gioacchi­no Rossi­ni, ein Arrange­ment des Quar­tettmit­glieds Sebas­t­ian Pottmeier, Gia­co­mo Puc­ci­nis Fan­ta­sy after „Tosca“, die Andreas Hilner bear­beit­et hat, und die Suite after themes of „Por­gy and Bess“ von Syl­vain Dede­non bieten den vier Vir­tu­osen des Alliage Quar­tetts die Möglichkeit zu beweisen, dass „der Ton des Sax­ophons in sein­er Schön­heit und Aus­druck­skraft nur mit der men­schlichen Stimme ver­glichen wer­den kann“ (wie Berlioz urteilte).
In der Rhap­sody on „Car­men“ de Georges Bizet des japanis­chen Kom­pon­is­ten Jun Nagao und in Seduc­tive Realm after „Die Zauber­flöte“ für Sax­o­fon­quar­tett und Klavier der eben­falls japanis­chen Kom­pon­istin Chik­age Imai wird das Quar­tett vom Klavier unter­stützt, was zu einem faszinieren­den orches­tralen Klang führt.
MDG schmückt sich extra damit, dass die Ein­spielun­gen „in der natür­lichen Akustik speziell aus­ge­suchter Konz­erträume“ aufgeze­ich­net wur­den und auf jede Art von klangverän­dern­den Manip­u­la­tio­nen verzichtet wird. Dies ist bei dieser Auf­nahme aber lei­der eher von Nachteil. Der Klang wirkt durch­wegs „muf­fig“, ober­ton­arm und dumpf. Aber vielle­icht ist der Klang, bei dem man sich wie in einem Open-Air-Konz­ert in der Are­na von Verona fühlt, beab­sichtigt. Den­noch ist die CD für jeden, der Gefall­en an der­ar­tiger Musik find­et, äußerst hörenswert!
Gün­ter Priesner