Gerhard Dietel

REGENSBURG: Psychischer Verfall

„The Shining“ setzt den modernen Kurs des Staatstheaters fort

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2026 , Seite 59

Spannende Tage hat man beim Regensburger Theater hinter sich: Wurde die Institution vor Kurzem wegen ihrer wagemutig dem Heute zugewandten Programmgestaltung zum „Besten Opernhaus des Jahres 2025“ gekürt, so folgte nun, Anfang Mai, die Erhebung zum bayerischen Staatstheater. Die erste Premiere nach dieser Nobilitierung setzte den auf Novitäten gerichteten Kurs der Theaterleitung fort: Im Haus Read more about REGENSBURG: Psychischer Verfall[…]

Uwe Roßner

STRALSUND: Des Knaben Wunderstimme

Mit „The Shining“ schlägt das Theater Vorpommern das Kapitel der Literaturoper auf

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2026 , Seite 58

Stephen King ist eine Klasse für sich. In der Popularkultur ist der Meister des Horrors seit Jahrzehnten felsenfest verankert. Nicht allein die Auflagen seiner Bücher zeugen davon. Die Adaption seiner schaurig-schönen Geschichten ergibt mittlerweile eine stattliche Liste an erfolgreichen Verfilmungen. Mit The Long Walk und einem Neuaufguss von The Running Man gelangten im vergangenen Jahr Read more about STRALSUND: Des Knaben Wunderstimme[…]

Jürgen Gahre

BRAUNSCHWEIG: Schuldbekenntnisse

Kaija Saariahos „Innocence“ mit scharfen, dramatischen Akzenten

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2026 , Seite 57

Innocence ist eine Oper über den (fiktiven) Amoklauf eines minderjährigen Schülers an einer internationalen Schule in Helsinki. Die finnische Komponistin Kaija Saariaho und ihre Librettistin Sofi Oksanen lassen den Täter nicht auftreten und zeigen auch nicht das Massaker, dem zehn Schüler und eine Lehrerin zum Opfer fallen, denn es geht ihnen nicht um Sensationslust, sondern Read more about BRAUNSCHWEIG: Schuldbekenntnisse[…]

Steffen Reinhold

PFORZHEIM: Triumph der Moderne

Außergewöhnlicher Doppelabend: Zemlinskys „Der Zwerg“ und Strawinskys Ballett „Le Sacre du Printemps“

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2026 , Seite 56

Zwei Werke aus fast demselben Jahrzehnt der Moderne: Alexander von Zemlinskys Oper Der Zwerg (1922) und Igor Strawinskys Ballett Le Sacre du Printemps (1913). Beide sind durch ein Geflecht gemeinsamer Themen untrennbar verbunden: Ausgrenzung, Opfer, gesellschaftliche Grausamkeit. Beide Partituren gehören zu den kühnsten Schöpfungen des frühen 20. Jahrhunderts – Zemlinskys als späte Blüte der Spätromantik, Read more about PFORZHEIM: Triumph der Moderne[…]

Bernd Aulich

GELSENKIRCHEN: Aufgemotzte Cyberflöte

Am Musiktheater im Revier scheitert MiR.LAB-Leiterin Nora Krahl krachend an Mozarts Meisterwerk

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2026 , Seite 55

Keine Frage, Mozarts Zauberflöte, das unmögliche Kunstwerk, profitierte schon bei der Uraufführung 1791 als Wiener Vorstadtposse von einer effektvollen Bühnenmaschinerie. Was spricht dagegen, die damals auf der Höhe der Zeit arrangierte rätselhafte Maschinenoper, die das Publikum staunen ließ, mit den Hightech-Möglichkeiten unserer Gegenwart zu inszenieren? Nichts, schier gar nichts. Es sei denn, die technischen Möglichkeiten Read more about GELSENKIRCHEN: Aufgemotzte Cyberflöte[…]

Claudia Irle-Utsch

GÖTTINGEN: Verbindende Kraft des Menschseins

Bei den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen begeistert die Oper „Deidamia“ auf allen Ebenen: inszenatorisch, musikalisch und mit aktuellen Bezügen

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2026 , Seite 54

Achille ist zu allem bereit. Vorbei das Versteckspiel, die Tändelei im Glitzerkleid. Jetzt wird der Mann ein Mann. Hoch reckt er den Arm mit dem Schwert, entschlossen hebt er den Kopf, mit lauter Stimme besingt er den Untergang Trojas. Die Stadt fällt nur, wenn er in die Schlacht zieht und im sicheren Tod unsterblich wird. Read more about GÖTTINGEN: Verbindende Kraft des Menschseins[…]

Christoph Schulte im Walde

BIELEFELD: Es geht auch klein

Gelungenes Experiment: Ligetis „Le Grand Macabre“ als halbszenische Aufführung

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 5/2026 , Seite 54

Der Tod erwacht zu neuem Leben und entsteigt seinem finsteren Grab. Seine brutale Mission: die restlose Zerstörung der Welt! Vollmundig annonciert er die Kollision des Planeten mit einem wuchtigen Kometen, danach sei dann Schluss mit der Menschheit. – Dies der Ausgangspunkt der durch und durch skurrilen, grotesken Geschichte, die György Ligeti in seiner Oper Le Read more about BIELEFELD: Es geht auch klein[…]

Michael Schäfer

NORDHAUSEN: Liebe erblicken

Tschaikowskys „Jolanthe“ überzeugend am Theater Nordhausen

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 7-8/2025 , Seite 53

Das Theater Nordhausen hat sich eines vernachlässigten Bühnenwerks Tschaikowskys angenommen. Jolanthe ist die letzte Oper des Komponisten, die zusammen mit dem Nussknacker-Ballett im Dezember 1892 uraufgeführt wurde. Die Premiere am 2. Mai im provisorischen Interimsbau, dem „Theater im Anbau“, wurde mit Standing Ovations gefeiert. Lesen Sie weiter in Ausgabe 7-8/2025.

Michael Pitz-Grewenig

BREMERHAVEN: Tragödie eines ungelebten Lebens

Die deutsche Erstaufführung der Oper "Breaking the waves" von Missy Mazzoli begeistert am Stadttheater

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2023 , Seite 52

Die Oper wurde 2016 an der Philadelphia Opera uraufgeführt und basiert auf Lars von Triers gleichnamigen Erfolgsfilm aus dem Jahr 1996. Die Handlung spielt in den 1970er Jahren in einem einsamen Küstendorf in Schottlands Norden. Dort herrscht eine so erbarmungslose puritanische Frömmigkeit, dass man sogar Kirchenglocken als irdisch-eitel ablehnt und als letzten Abschiedsgruß jedem Verstorbenen, Read more about BREMERHAVEN: Tragödie eines ungelebten Lebens[…]

Bernd Aulich

GELSENKIRCHEN: Unter der Kälte brütet sengende Hitze

Aribert Reimanns "Bernarda Albas Haus" imponiert am Musiktheater im Revier als Sternstunde zeitgenössischer Oper

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 9/2023 , Seite 51

Kaum zu glauben: Nach seiner Uraufführung an der Münchner Staatsoper ist Bernarda Albas Haus, Aribert Reimanns siebte Literaturvertonung, für gut zwei Jahrzehnte von der Opernbühne verschwunden. Nach einem Gastspiel der Münchner Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin beim spanischen Festival Castell de Peralada und der Schweizer Erstaufführung in Bern interessierte sich niemand mehr für dieses Read more about GELSENKIRCHEN: Unter der Kälte brütet sengende Hitze[…]

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