Andreas Hauff

TRIER: Verratene Jugend

Engelbert Humperdincks „Königskinder“ in einer halbszenischen Aufführung am Theater Trier

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 7-8/2026 , Seite 55

Im Gegensatz zu Hänsel und Gretel steht Engelbert Humperdincks spätere Oper Die Königskinder selten auf dem Spielplan. Hexe und Besenbinder gibt es hier wie dort – was der Komponist durch Selbstzitate hervorhebt – und auch ein junges, im Wald verirrtes Paar. Doch während das Volksmärchen die Geschwister über die Hexe triumphieren lässt, endet Elsa Bernsteins Kunstmärchen mit dem Tod eines Liebespaars. Königssohn und Gänsemagd sterben entkräftet am Verzehr eines vergifteten Brotes. Die Hexe selbst ist da schon tot, weil die Bürger der Stadt Hellabrunn mit ihrer Prophezeiung nicht zufrieden waren. Um 12 Uhr am Stadttor soll sich nämlich die Nachfolge des verstorbenen Königs klären. Doch wer kommt? Kein glänzender Herrscher in prachtstrotzender Kutsche, sondern zu Fuß mit ihren Tieren die bescheidene Gänsemagd. Die Städter machen kurzen Prozess: Das Mädchen und der als Bettler verkleidete Königssohn werden aus der Stadt verjagt, der Spielmann, der die beiden verteidigt, in den Turm und dann aus der Stadt geworfen, die Hexe verbrannt. Hellabrunn ahnt nicht, dass Monate später die Jugend der Stadt rebellieren und sich auf die Suche nach Spielmann und Königskindern machen wird.

Lesen Sie weiter in Ausgabe 7-8/2026.

 

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