James Hook

Sonatas und Concert Pieces

Für Trompete in B und Klavier, bearb. und hg. von Kristin Thielemann, Partitur und Stimme

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott
erschienen in: das Orchester 09/2020 , Seite 88

Betra­chtet man die Ähn­lichkeit­en, kön­nte James Hook dur­chaus als der englis­che Mozart beze­ich­net wer­den. In Nor­wich geboren, wurde er im Alter von sechs Jahren für seine Auftritte mit dem Cem­ba­lo gefeiert, kom­ponierte schon als Kind und war bere­its in jun­gen Erwach­se­nen­jahren als Kom­pon­ist erfol­gre­ich. Wie Mozart ver­stand er es, Melo­di­en zu schreiben, die beim Pub­likum großen Anklang fan­den, allem voran seine Kom­po­si­tio­nen für Gesang und Klavier. Auch eine Por­tion englis­chen Humors dürfte ihm zu eigen gewe­sen sein, denn seine etwa 20 Büh­nen­werke sind Komis­che Opern, Komis­che Sketche, Ser­e­naden und Pan­tomi­men.
So ist es sehr erfreulich, dass Kristin Thiele­mann einen Teil sein­er Werke nun für die Trompete zugänglich gemacht hat. Der erfahre­nen Päd­a­gogin ist es gelun­gen, mit rel­a­tiv ein­fachen Stück­en einen Ein­stieg in Hooks Epoche zu ermöglichen und gle­ichzeit­ig Lit­er­atur für Fort­geschrit­tene anzu­bi­eten.
Thiele­mann bear­beit­ete einige Lieder sowie Sonat­en, die im Orig­i­nal für Flöte oder Vio­line und Klavier oder Cem­ba­lo geschrieben wur­den. Sie hat geschickt arrang­iert, sodass die Stücke sehr flex­i­bel gestalt­bar sind. Beispiel­sweise sind manche Teile so bear­beit­et, dass, sollte der Spiel­er etwas Pause benöti­gen, das Klavier die Melodie prob­lem­los übernehmen kann. Auch gibt es vere­in­fachte Vari­anten im Kle­in­stich.
Für Instru­men­tallehrkräfte ist diese Neuer­schei­n­ung also dur­chaus ein Gewinn, zum einen, weil sie sehr gut durch­dacht ist, zum anderen, weil sie Trompe­ten­schülern Lit­er­atur ein­er Epoche zugänglich macht, die auf­grund ihres hohen instru­men­tal­en Anspruchs in der Regel nur sehr fort­geschrit­te­nen Bläsern vor­be­hal­ten ist. Sowohl die Lieder als auch die Sonat­en sind charak­ter­lich sehr unter­schiedlich, wom­it viele ver­schiedene Facetten der Klas­sik abgedeckt wer­den. Somit macht es Thiele­mann den Lehrern sehr ein­fach, passende Stücke für Vor­spiele oder Wet­tbe­werbe zu find­en. Dass die Stücke von Rein­hold Friedrich und der Pianistin Eriko Takeza­wa als Vol­lver­sion und Play­back einge­spielt wur­den, ist ein weit­er­er pos­i­tiv­er Aspekt für den Unter­richt, zumal diese Auf­nah­men beim Erwerb des Noten­ma­te­ri­als als kosten­los­er Down­load zur Ver­fü­gung ste­hen. Alles in allem kann man dieser Aus­gabe also nur bescheini­gen, dass sie in allen Punk­ten sehr gut durch­dacht und aus­gear­beit­et ist. Der Druck ist, wie vom Schott-Ver­lag nicht anders zu erwarten, von hoher Qual­ität, gut les­bar und optisch ansprechend. Nicht nur deswe­gen ist der Preis von 22 Euro dur­chaus fair, zumal man zu einem vielfälti­gen Ange­bot an Stück­en auch Ton­beispiele erhält.
Kristin Thiele­mann beweist mit dieser Aus­gabe ein­mal mehr, dass sie eine pro­gres­siv denk­ende, prax­is­be­zo­gene Musikpäd­a­gogin ist, die es ver­ste­ht, Päd­a­gogen und Schüler gle­icher­maßen mit her­vor­ra­gen­dem Mate­r­i­al zu ver­sor­gen. Es bleibt zu hof­fen, dass der Schott- Ver­lag diese sehr pro­duk­tive Zusam­me­nar­beit fort­set­zt und das Ange­bot in diesem Bere­ich stetig erweit­ert.

Ulrich Haider