Steffen Prignitz

Richard Wagner

Bibliographie zu Leben und Werk 1833-2013 (Band 1)

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Königshausen & Neumann
erschienen in: das Orchester 02/2020 , Seite 60

Stef­fen Prig­nitz legt mit sein­er Wag­n­er-Bib­li­ografie ein gewaltiges Werk vor. In zwei gewichti­gen Bän­den (ca. 800 bzw. 900 Seit­en) sam­melt und charak­ter­isiert der an der Uni­ver­sität Ros­tock pro­movierte Forsch­er das bish­er erschienene Schrift­tum über Leben und Werk Richard Wag­n­ers, und es gelingt ihm, die ger­adezu riesige Lit­er­atur dieser Art zu struk­turi­eren und den rat­suchen­den Leser und Wag­n­er-Fre­und umsichtig zu führen.
Teil I der Bib­li­ografie wid­met sich den „All­ge­meinen Grund­la­gen und Hil­f­s­mit­teln“ und lis­tet etwa die „Werkaus­gaben“ in Abgren­zung zu „Auswahlaus­gaben“ auf. Teil II hat seinen Schw­er­punkt bei den Gesamt­darstel­lun­gen zu „Leben und Werk“ oder „Doku­men­tar­bio­ga­phien“, umfasst aber auch kleinere „Kat­a­loge nicht­ständi­ger Überblicks-Ausstel­lun­gen“. Ger­ade die Berück­sich­ti­gung solch­er bib­li­ografis­ch­er Nis­chen und Details erhöht den Wert des vor­liegen­den Gesamtwerks.
Teil III ist dem weit­en Feld der „Biographis­chen Einzel­heit­en“ zu Wag­n­er gewid­met und zeigt durch mehr als 150 Jahre entsprechen­der Forschung Schw­er­punk­te bei Wag­n­ers Vor­fahren und direk­ten Fam­i­lien­ange­höri­gen auf; aber selb­st Wag­n­ers Ver­hält­nis zu Haustieren wurde bald in der Lit­er­atur beschrieben und gelangt auf diese Weise auch in die vor­liegende Bib­li­ografie. Etwa achtzig Druck­seit­en umfasst dann, wie zu erwarten, die Lit­er­aturliste, die sich auf namhafte Per­so­n­en aus dem Umfeld des Kom­pon­is­ten bezieht. Teil IV stellt das Schrift­tum zu „Wag­n­ers Gedanken­welt und deren Beziehun­gen“ zusam­men, während „Einzelne Kom­pon­is­ten und Musik­er“ anschließend sep­a­rat aufge­lis­tet wer­den.
Es liegt in der Natur der Sache, wenn Wag­n­ers Opern­schaf­fen auch in der bib­li­ografhis­chen Würdi­gung einen beson­deren Rang find­et bzw. gefun­den hat. Mehr als fünfhun­dert Titel sind in „Teil V: Zum Werk“ verze­ich­net, wobei die Liste der Autoren und Wag­n­er-Exegeten naturgemäß einen Schw­er­punkt bei „großen Autoren-Namen“ hat; gle­ich­wohl gesellen sich im Laufe der rund hun­dert­fün­fzig Jahre, welche das Wag­n­er-Schrift­tum umspan­nt, auch weniger promi­nente Autoren hinzu. Sie alle bele­gen ein gle­ich­sam lück­en­los­es, unun­ter­broch­enes Inter­esse an der lit­er­arisch-wis­senschaftlichen Spiegelung des musikalis­chen Großmeis­ters.
Der Schluss des vor­liegen­den Werks gilt der „Rezep­tions- und Forschungs­geschichte“ inner­halb der Wag­n­er-Bib­li­ografie, der – wie zu erwarten – strit­ti­gen Bew­er­tung vor allem des „poli­tisch-ide­ol­o­gis­chen“ Wag­n­ers. In diesem Zusam­men­hang kommt auch der bib­li­ografis­chen Aufar­beitung des Kom­plex­es „Bayreuther Fest­spiele“ eine beson­dere Stel­lung zu.
Albrecht Goebel