Gabriel Fauré

Piano Quartet No. 1 & 2/ Songs

Fauré Quartett

Rubrik: CDs
Verlag/Label: Berlin Classics
erschienen in: das Orchester 04/2021 , Seite 72

Das Fau­ré Quar­tett mit Eri­ka Geld­set­zer (Vio­line), Sascha Fröm­bling (Vio­la), Kon­stan­tin Hei­drich (Vio­lon­cel­lo) und Dirk Mom­mertz (Klavier) feiert seinen 25. Geburt­stag. Erstaunlich: Es sind immer noch diesel­ben Leute, die sich damals zusam­menge­fun­den haben. Aus­ge­sucht haben sie sich Werke ihres Namenspa­trons Gabriel Fau­ré: die bei­den Klavierquar­tette op. 15 und op. 45, die das Ensem­ble bere­its vor etwa 20 Jahren einge­spielt hat, sowie fünf kürzere Lieder aus den Opera 7, 23, 46 und 58.
„Man ent­deckt so wun­der­bar viel in Fau­rés musikalis­ch­er Welt“, so der Pianist Dirk Mom­mertz – Grund genug, sich nochmals mit diesen bei­den Klavierquar­tet­ten zu beschäfti­gen. Er schwärmt „von den dunkel­sten Tiefen“ im langsamen c‑Moll-Satz des ersten Quar­tetts. Sie hät­ten noch nie zuvor so inten­siv daran gear­beit­et, der Musik einen weit­er­führen­den Sinn zu geben. „Einen Geist in der Kun­st zu ent­deck­en, der mehr zwis­chen den Zeilen lebt“, sei für sie eine große und span­nende Reise gewe­sen.
Die vier beschrit­ten jenen Weg, den bere­its der im Book­let erwäh­nte Pianist Glenn Gould mit seinen bei­den leg­endären Auf­nah­men ging: Für einen Augen­blick die Musik in Inten­sität und Vergeis­ti­gung vol­lkom­men zu durch­drin­gen, die Inten­tion Fau­rés zu offen­baren, Teil der Musik selb­st zu wer­den, ohne sie jedoch als endgülti­gen Abschluss zu verk­lären. All das scheint in dieser über­aus hörenswerten Neuauf­nahme gelun­gen. Wern­er Boden­dorff