Marco Frei

München: Start einer vielversprechenden Ära

Dmitri Schostakowitschs „Die Nase“ als erste Premiere der neuen Staatsopern-Intendanz in München

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 45

Als neuer Inten­dant der Bay­erischen Staats­oper in München startet Serge Dorny mit einem starken Anspruch. Ob Das schlaue Füch­slein von Leoš Janáček Ende Jan­u­ar, Ben­jamin Brit­tens Peter Grimes Ende Feb­ru­ar, eine Georg-Friedrich-Haas-Trilo­gie beim Mai-Fes­ti­val oder Der Teufel von Loudun von Krzysztof Pen­derec­ki im Juni: Bei den Pre­mieren ste­ht die Mod­erne und das Zeit­genös­sis­che ein­deutig im Zentrum.
Schon die erste Pre­miere deutete in diese Rich­tung: die Erstling­sop­er Die Nase von Dmitri Schostakow­itsch. Es bleibt unerk­lär­lich, warum dieses 1927/28 kom­ponierte Musik­the­ater nach der gle­ich­nami­gen Nov­el­le von Niko­lai Gogol in München eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr aufge­führt wurde. Selb­st Kent Nagano hat­te zwar sein­erzeit an der Staat­sop­er damit geliebäugelt, doch am Ende hat er das Werk 2019 als Gen­eral­musikdi­rek­tor in Ham­burg dirigiert. Jet­zt ist es soweit: Fün­fzig Jahre nach der Münch­n­er Erstauf­führung ist die Oper wieder an der Isar zu sehen.
Für die Erstauf­führung hat­te das benach­barte Gärt­ner­platz-The­ater 1971 eine Pro­duk­tion der Oper Frank­furt von Bohu­mil Herlis­ch­ka über­nom­men. Die jet­zige Pre­miere an der Bay­erischen Staat­sop­er ist hinge­gen die erste Münch­n­er Neupro­duk­tion. Allein damit kon­nten der neue Staat­sopern-Inten­dant Serge Dorny und der neue Gen­eral­musikdi­rek­tor Vladimir Jurows­ki mit ihrer ersten Pre­miere einen ver­i­ta­blen Coup lan­den. Noch dazu ist Kir­ill Sere­bren­nikov eine dringliche, mei­n­ungsstarke Insze­nierung dieser bis­si­gen Gesellschaftssatire geglückt.

 

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