Ludwig van Beethoven

Ludwig. Kreutzer Sonate (arr.)/ Quartet No. 3 op. 18

Quatuor Zaïde & Bruno Delepelaire (Violoncello)

Rubrik: CDs
Verlag/Label: NoMadMusic
erschienen in: das Orchester 04/2021 , Seite 71

Die Bear­beitung von Orig­i­nal­w­erken Beethovens für andere Beset­zun­gen war schon zu seinen Lebzeit­en und erst recht danach span­nend. So gibt es z. B. die zweite Sin­fonie als Stre­ichtrio, Klavierkonz­erte mit Stre­ichquar­tet­tbe­gleitung oder die Sin­fonien für Klavier solo (so von Franz Liszt).
Das junge franzö­sis­che Quatuor Zaïde hat sich nun mit dem Cel­lis­ten Bruno Dele­pelaire auf seinem neuen Album ein­er beson­ders aparten Beethoven-Bear­beitung angenom­men: ein­er Ver­sion der berühmten Kreutzer-Sonate für Vio­line und Klavier für Stre­ichquin­tett (mit zwei Cel­li). Diese wurde vier Jahre nach des Meis­ters Tod veröf­fentlicht. Von wem sie ist, bleibt offen. Aus der Vio­lin-Sonate wurde dabei kein Vio­linkonz­ert, der Geigen­part ist vielmehr auf alle fünf Stre­ich­er verteilt. Das macht das Hören dieser Bear­beitung von Beethovens op. 47 zu ein­er über­aus reizvollen, durch das mitreißende Spiel der vier Musik­erin­nen des Quatuor Zaïde und des Cel­lis­ten Bruno Dele­pelaire regel­recht aufre­gen­den Sache. Tech­nis­che Meis­ter­schaft und lei­den­schaftlich­er Zugriff sind zwei Seit­en ein­er faszinieren­den Deu­tung dieses Meis­ter­w­erks in unge­wohn­ter Gestalt.
For­mal sehr schlüs­sig, dazu aus­drucksvoll in der Charak­ter­isierung der The­men und Motive ist auch die Wieder­gabe des drit­ten Quar­tetts aus op. 18, das im Ton­fall ein Gegengewicht zum Furor der Kreutzer-Sonate bildet.
Karl Georg Berg