Werke von Bach, Bruckner, Dvorák, Piazzolla und anderen

hornlikes

Favorite Selection für Hornquartett, German Hornsound

Rubrik: CDs
Verlag/Label: Genuin
erschienen in: das Orchester 05/2018 , Seite 74

Das Beson­dere an dieser ungewöhn­lichen Horn-CD ist nicht nur, dass auss­chließlich Arrange­ments für Horn­quar­tett einge­spielt wur­den, son­dern dass die Stücke als Lieblingsstücke oder #horn­likes der einzel­nen Musik­er aus­gewählt wor­den sind. Die vier Hor­nisten spie­len seit dem Studi­um im Horn­quar­tett zusam­men und sind haupt­beru­flich in ver­schiede­nen deutschen Orch­estern tätig. Auf sein­er ersten reinen Horn­quar­tett-CD – bei den früheren CDs waren Sprech­er, Schlag­w­erk, Män­ner­chor oder Orch­ester hinzugekom­men – überzeugt Ger­man Horn­sound mit 70 Minuten kraftvoller und leis­tungsstark­er Musik und viel Aus­dauer.
Im Konz­ert spielt das Quar­tett nicht nur Orig­i­nal­w­erke, son­dern auch eigene Bear­beitun­gen, die der Gruppe gut gefall­en. Daraus wurde die Idee für diese CD geboren. Jedes einzelne Quar­tettmit­glied hat seine Lieblings­bear­beitun­gen, die als #horn­likes auf dieser CD präsen­tiert wer­den. Jed­er hat drei eigene Favoriten gewählt und erläutert seine Wahl im CD-Book­let.
Sebas­t­ian Schorr mag zum Beispiel Barock­musik wegen der „Lichtigkeit und Leichtigkeit des Barocks durch Triller, Ton­rep­e­ti­tio­nen und Dreik­langs­brechun­gen“ und hat Werke von Hän­del und Per­gole­si als seine „likes“ gewählt. Als einen sein­er Favoriten wählte Stephan Schottstädt eine Bear­beitung von Denn er hat seine Engel befohlen von Felix Mendelssohn Bartholdy wegen ihrer „unverkennbaren leicht­en Weise“. Lei­der ist bei der Wieder­gabe von dem leicht schweben­den 8-stim­mi­gen Chor­satz und Orch­ester des Orig­i­nals nicht viel zu hören. Die kurze Artiku­la­tion wirkt eher stark und schw­er­fäl­lig. Im Gegen­satz dazu beein­druckt das andere Mendelssohn-Werk auf dieser CD, das Noc­turno aus dem Som­mer­nacht­straum, durch die wun­der­bare homo­gene Can­ti­lene und uner­müdlich­es Spiel. Es ist eines der Lieblingsstücke von Christoph Eß. Timo Steiniger hat als einziger ein mod­ernes Stück als Favorit: Med­i­tan­go von Astor Piaz­zol­la „vere­in­bart die Stilele­mente des klas­sis­chen Tan­go Argenti­no mit pop­ulär­musikalis­chen Ele­menten“. Kein­er hat Musik aus der klas­sis­chen Epoche gewählt.
Das Pub­likum, das der Gruppe auf den sozialen Net­zw­erken fol­gt, die „fol­low­ers“, wurde auch ein­be­zo­gen und kon­nte aus neun Titeln drei Favoriten online wählen. Von den ins­ge­samt 18 Tracks sind zehn Werke von Stephan Schottstädt und sechs von Christoph Eß für Horn­quar­tett arrang­iert. Bruck­n­ers Andante, bear­beit­et von Michael Höltzel, und Astor Piaz­zol­las Med­i­tan­go, bear­beit­et von Georg Köh­ler, ergänzen die Auswahl.
Im ersten Teil des CD-Book­lets (Deutsch und Englisch) beschreibt jed­er Hor­nist seine Lieblingsstücke und begrün­det seine Wahl, im zweit­en Teil find­en sich biografis­che Anmerkun­gen. Diese ins­ge­samt fün­fte CD des Ensem­bles wurde im Mai 2017 in der Fil­ialkirche St. Pankratius und Sebas­t­ian in Warstein aufgenom­men. Die her­vor­ra­gen­den Bear­beitun­gen wur­den auss­chließlich für Ger­man Horn­sound geschrieben, sind exakt auf die Gruppe zugeschnit­ten und passen opti­mal zu den ver­schiede­nen Konz­er­tan­lässen des Quar­tetts.
Thomas Swart­man