Roland Dippel
HILDESHEIM: Bunt und frei auch im Orchester
Am Theater für Niedersachsen gelangte die Bearbeitung von Stewart Wallaces „Harvey Milk reimagined“ zur deutschen Erstaufführung
Der am 27. November 1978 zusammen mit dem Bürgermeister George Moscone in San Francisco ermordete Queer-Aktivist Harvey Milk gehört zu den schwulen Ikonen des 20. Jahrhunderts. Die biografische Oper Harvey Milk reimagined von Stewart Wallace mit Abstechern zur queeren Sozial- und Sittengeschichte wurde zum satten Ereignis.
Ältere erinnern sich an die Dortmunder Europa-Premiere 1998. Der queeraktive Intendant John Dew hatte seine Inszenierung von amerikanischen Opernhäusern nach Deutschland gebracht. Generell hielt man damals die Produktion der Bedeutung des politischen Inhalts nicht angemessen. Stewart Wallaces komprimierte Bearbeitung von 2022 mit verkleinertem Orchester, dafür radikal erweiterter metaphorischer und appellativer Farbintensität bietet jetzt ein ganz anderes, schillerndes Potenzial.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 7-8/2026.

