Lutz Lesle

Hamburg: Zitat-Schemen

NDR Bigband mit „Windows to Stravinsky“

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 57

Mag die Fach­lit­er­atur diesen Schaf­fen­saspekt auch eher beiläu­fig abhan­deln. Daran, dass sich Igor Straw­in­sky um 1918/19 für den Rag­time begeis­terte, Beziehun­gen zu Jazzmusik­ern wie Woody Her­man unter­hielt, dem er 1945 sein Ebony Con­cer­to für Klar­inette und Big­band wid­mete, oder den leg­endären Bebop-Alt­sax­o­fon­is­ten Char­lie Park­er bewun­derte, gibt es nichts zu deuteln. Schon Stilmerk­male sein­er Bal­lettpe­ri­ode erin­nern an Ton­fälle und Spiel­prak­tiken des Jazz jen­er Jahre. Straw­in­skys Le Sacre du Print­emps war und ist das Lieblingsstück viel­er Jazzmusik­er, weshalb NDR-Big­band-Leader Geir Lysne zu Recht von wech­sel­seit­iger Bee­in­flus­sung spricht.
Was bei­de Klang­wel­ten verbindet: die „emi­nente Antrieb­skraft der Bewe­gung, die nie stirbt“ (Her­mann Scherchen), das Spiel mit Vor­la­gen, synkopisch „zer­ris­sene“ Tak­tzeit­en, alterierte Akko­rde und bitonale Akko­rd­ver­schränkun­gen (bere­its in Pétrouch­ka und Sacre als har­monis­che Keimzellen eingesetzt).

 

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