Krol, Bernhard

Fantasia concertante op. 125

für zwei Hörner und Kammerorchester, Klavierauszug mit Solostimmen/Partitur

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Dohr, Köln 2010
erschienen in: das Orchester 12/2010 , Seite 71

Der gebürtige Berliner Bernhard Krol, Komponist und Hornist, ist bekannt für seine Bläserbesetzungen, aber auch für Kirchenmusik und Vokalmusik. Gerade für das Instrument Horn hat er in unterschiedlichen Besetzungen geschrieben, von Horn solo (Laudatio) bis zu Hornsextett (Taugenichts-Suite). Sein Kompositionsstil weicht von dem seines Lehrers Josef Rufer, einem Schönberg-Schüler, deutlich ab. Anstatt freitonale Kompositionspraktiken zu übernehmen, bemüht er sich, sein Publikum in einem gemäßigt modernen Stil anspruchsvoll zu unterhalten.
Bei dem hier vorliegenden Werk Fantasia concertante op. 125 für zwei Hörner und Kammerorchester handelt es sich nicht um eine Neuerscheinung, sondern um eine Neuauflage des Dohr-Verlags nach der Übernahme der „edition mf“. Die Uraufführung fand bereits 1995 durch das Kammerorchester Maysenhälder statt.
Das Notenmaterial dieser Ausgabe für zwei Hörner und Klavier ist gut leserlich und sauber gedruckt. Da der Klavierauszug keine Instrumentierungsangaben enthält, ist er nicht als Ersatz für die Partiturstimmen zu sehen, sondern eine eigenständige, gleichwertige Bearbeitung für Klavier. Die Hornstimmen sind gut gesetzt und es ist eine dankbare Aufgabe, sich die melodische und technische Vielfalt der Komposition zu erarbeiten. Das Werk besteht aus drei zusammenhängenden Sätzen: Fantasia, Kanzone und Burleske. Die einzelnen Sätze sind in sich durch markante Tempowechsel gegliedert, fließen aber ineinander über.
Im ersten Satz spielen die Hörner anfangs rhythmisch prägnante
Motive, gefolgt von lyrischen Melodien. Die Instrumente unterhalten sich gleichwertig im Dialog und wechseln sich miteinander in einer eher formlosen, fantasiehaften Entwicklung auch mit dem Klavier ab. Mit einer Überleitung von acht Takten gestaltet das Klavier den Übergang zum zweiten Satz, einer Kanzone. Er beginnt poco Adagio, die Hörner sind unisono.
Danach verwendet der Komponist die für eine Kanzone typischen Imita­tionstechniken. Der langsame Teil wird von einem Allegro risoluto im zwei-Halbe-Takt abgelöst. Mit einer Variante des Anfangs-Adagios wird dieser Satz abgerundet und leitet zugleich direkt zum dritten Satz über. Der dritte Satz ist eine heitere Burleske im Sechs-Achtel-Takt. In diesem scherzoartigen Satz spielt das Klavier eine große Rolle und dient nicht nur als Begleitung. Die drei Instrumente ergänzen sich.
Das Stück ist im mittleren Schwierigkeitsgrad geschrieben und bietet fortgeschrittenen Schülern, Studenten sowie professionellen Musikern die Möglichkeit, ihr Repertoire mit einem anmutigen Stück der Moderne zu bereichern. Dass dieses Opus von Bernhard Krol nach fünfzehn Jahren nochmals verlegt wurde, spricht für sich.
Thomas Swartman