Fellows, Darren

Fanfare, Cantabile & Allegro

für Trompetenquartett

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Friedrich Hofmeister, Leipzig 2010
erschienen in: das Orchester 03/2011 , Seite 66

Dar­ren Fel­lows wurde 1975 in North York­shire geboren. Aus­bil­dungssta­tio­nen waren das Roy­al Welsh Col­lege of Music and Dra­ma und die Roy­al Acad­e­my of Music in Cardiff und Lon­don. Inter­na­tionale Ver­lage wie Schott & Co. Ltd, War­wick Music und De Haske veröf­fentlicht­en seine Werke, und mit 17 war der junge Kom­pon­ist – auch durch das Radio – schon rel­a­tiv bekan­nt. Inter­na­tion­al bekan­nte Solis­ten spie­len seine Werke, wie z.B. Håkan Hard­en­berg­er, Ali­son Bal­som, Jouko Har­janne und die junge nor­wegis­che Tom­pe­ten-Sen­sa­tion Tine Thing Helseth oder der Cel­list Steven Isserlis. Fel­lows hat Werke geschrieben für die Trompeter Guy Tou­vron, Tim Mor­ri­son, Dean Wright und für das mit­tler­weile über Großbri­tan­nien hin­aus bekan­nte Trompe­ten­quar­tett „Bel­la Trom­ba“, beste­hend aus Clare Thorn, Jo Har­ris, Nicole Lyons und Vic­to­ria Cur­ran.
Für sie schrieb er 2008 auch Fan­fare, Cantabile & Alle­gro. Im Titel ist die Dre­it­eiligkeit des gut fünfminüti­gen Werks bere­its angezeigt. Man sollte allerd­ings nicht ein zu sim­ples Schnell-Langsam-Schnell erwarten; es ist dur­chaus gekon­nt, for­mal in sich schlüs­sig und bemerkenswert abwech­slungsre­ich, mit inter­es­san­ten Effek­ten, angelegt.
Der Fan­faren-Beginn geht über in ein Alle­gro leicht­en, hüpfend­en Charak­ters. Das Cantabile beste­ht aus ein­er durch alle vier Trompe­ten wan­dern­den gesan­glichen Lin­ie in angenehmer, der „besten“ Lage der Trompete. Am Ende, einem Alle­gro gio­coso, sind weite Streck­en mit Dämpfer zu spie­len, ein Effekt, den Fel­lows kom­pos­i­torisch mit glück­lich­er Hand entwirft. Übergänge, erin­nernde Zitate, klan­gliche Wirkun­gen tra­gen zum abwech­slungsre­ichen Ein­druck bei. Alles in allem eine gelun­gene Kom­po­si­tion.
Dem Ver­lag Hofmeis­ter sei an dieser Stelle ein aus­drück­lich­es Lob aus­ge­sprochen. Neben dem her­vor­ra­gend leser­lichen Erschei­n­ungs­bild des Noten­drucks sind vor allem die beglei­t­en­den­den Texte in Deutsch und Englisch her­vorzuheben. Ein Vor­wort zur Kom­po­si­tion mit Bemerkun­gen zur for­malen Anlage ist eben­so auf­schlussre­ich wie am Ende biografis­che Hin­weise zum Kom­pon­is­ten. Der Ver­lag set­zt damit Maßstäbe, wie Neu-erschei­n­un­gen präsen­tiert wer­den soll­ten. Wenn es sich darüber hin­aus um ein so geglück­tes Werk wie das vor­liegende han­delt, ist die Freude darüber umso größer.
Peter Hoefs