Skarabis, Pia

Der gesunde Musiker

Trainingsprogramme für Beruf und Hobby

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Henschel, Berlin 2005
erschienen in: das Orchester 06/2006 , Seite 78

Das etwa 100 Seit­en umfassende Buch ist schnell gele­sen und bietet in ger­affter Form einen guten Überblick über das Spek­trum gesund­heitlich­er Prob­leme von Musikausüben­den. Es will nicht als Hand­buch der Musik­er­medi­zin ver­standen sein, son­dern wen­det sich zur Infor­ma­tion und Moti­va­tion sowohl an Profimusik­er als auch an ambi­tion­ierte Laien und nicht in erster Lin­ie an deren Ther­a­peuten. Die Autorin ist als Sportmedi­ziner­in und Chi­rother­a­peutin tätig und betreut in dieser Funk­tion die Berlin­er Phil­har­moniker. Das ist eine attrak­tive Vis­itenkarte. Inwieweit sie selb­st auch Musikausübende ist, bleibt lei­der im Dunkeln.
Es gelingt Skara­bis, die unter­schiedlichen Facetten kör­per­lich­er Prob­leme bei Musik­ern darzustellen, wobei sie ihrem eige­nen Schw­er­punkt fol­gend die Haup­taufmerk­samkeit auf die Präven­tion und Behand­lung muskulär­er Dys­bal­an­cen legt. Die geistig-seel­is­che Dimen­sion gerät dabei etwas in den Hin­ter­grund und kann in einem kleinen Kom­pendi­um auch nicht erschöpfend behan­delt wer­den. Da jed­er ambi­tion­ierte Musik­er ein Instru­men­tal-Spitzen­sportler sein muss, gel­ten ähn­liche Geset­ze wie im Leis­tungss­port. Dem wird die Darstel­lung gerecht, und jed­er Betrof­fene kann an Hand des Buchs indi­vidu­elle Train­ing­spro­gramme erstellen, die sog­ar instru­menten­be­zo­gen vorgestellt wer­den.
In den let­zten bei­den Kapiteln wer­den auf jew­eils zwei Seit­en Tipps gegen das Lam­p­en­fieber und zum erfol­gre­ichen Üben gegeben, die kurz und knapp gehal­ten bleiben und etwas mehr Aus­führlichkeit ver­di­ent hät­ten. Ins­ge­samt ein nüt­zlich­es und aufk­lärerisches Buch, das für die sich noch etablierende und weit­er aus­baubedürftige Zun­ft der Musikmedi­zin­er wirbt.
Wil­fried Buck