Magnus Lindberg/ Carl Nielsen

Clarinet Concertos

Sebastian Manz (Klarinette), Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Ltg. Magnus Lindberg

Rubrik: CDs
Verlag/Label: Berlin Classcis
erschienen in: das Orchester 02/2021 , Seite 68

Das Klar­inet­tenkonz­ert von Mag­nus Lind­berg, der 1958 in Helsin­ki geboren wurde, ist wesentlich von der Natur geprägt. Lind­berg, der von der Zeitung The Times als „eine der wichtig­sten Stim­men unter den Kom­pon­is­ten des 21. Jahrhun­derts“ beze­ich­net wurde, stand für die Auf­nahme mit der Deutschen Radio Phil­har­monie selb­st am Pult. Solist war der Klar­inet­tist Sebas­t­ian Manz.
Kom­biniert wurde Lind­bergs Werk auf dieser CD mit Carl Nielsens Klar­inet­tenkonz­ert op. 57 aus dem Jahr 1928, ein weit­eres Solokonz­ert aus dem hohen Nor­den also. Nielsens Ton­sprache kann als Mis­chung aus Volk­stüm­lichkeit, Mut zum Exper­i­ment und Rückbesin­nung auf ältere Musik­tra­di­tio­nen beschrieben wer­den. Das von Stim­mungswech­seln und dynamis­chen Kon­trasten durch­zo­gene Werk ist nicht nur atem­ber­aubend, son­dern auch tech­nisch höchst anspruchsvoll. Spon­tane und erup­tive Aus­brüche wech­seln sich hier mit natur­ma­lerischen Klang­bildern ab. Sebas­t­ian Manz ist mit diesem Werk als Klar­inet­tist 2008 erfol­gre­ich im Finale des Inter­na­tionalen Musik­wet­tbe­werbs der ARD ange­treten.
Laut Nielsen han­delt es sich übri­gens bei der kleinen Trom­mel um Trolle und fabel­hafte Wesen aus den nordis­chen Wäldern. Da denkt man dann tat­säch­lich an Edvard Grieg, obwohl alles doch so anders klingt. Manch­mal wer­den sog­ar Klang-Assozi­a­tio­nen an Eisen­bah­nen oder Indus­triemaschi­nen geweckt. Die Deutsche Radio Phil­har­monie wird bei Nielsens Konz­ert von Dominik Beykirch geleit­et.
Das Kam­mer­musik­w­erk Ser­e­na­ta in vano (Verge­blich­es Ständ­chen) aus dem Jahr 1914 schrieb Carl Nielsen für eine Konz­ert­tournee in Däne­mark. Dieses Werk ist erstaunlich tonal und fällt durch seine sehr ein­fall­sre­ich-vir­tu­os gehal­tene Quin­tet­tbe­set­zung pos­i­tiv auf. Bei diesem dunkel getön­ten Klang­bild agiert die Klar­inette höchst vir­tu­os.
Sebas­t­ian Manz legt zusam­men mit der Deutschen Radio Phil­har­monie Saar­brück­en Kaiser­slautern hier drei Werke vor, die stark in nordis­che Land­schaften ent­führen. Dominik Beykirch dirigiert das sub­tile Klar­inet­tenkonz­ert von Carl Nielsen mit großem Ein­füh­lungsver­mö­gen und bietet damit dem hochbe­gabten Solis­ten die Möglichkeit, sich mit fil­igra­nen Lega­to-Bögen oder erup­tiv­en Stac­ca­to-Tupfern zu pro­fil­ieren. Es ist aus­ge­sprochen schade, dass man Nielsens Werke in deutschen Konz­ert­sälen so wenig hört. Diese Ein­spielung ent­stand in Zusam­me­nar­beit mit dem Süd­westrund­funk und dem Saar­ländis­chen Rund­funk.
Alexan­der Walther