Werke von Fauré, Spohr, Beethoven und anderen

Cello meets Harp

Silke Aichhorn (Harfe), Mathias Johansen (Violoncello)

Rubrik: CDs
Verlag/Label: cpo 555 463-2
erschienen in: das Orchester 10/2021 , Seite 75

Bei Duo-Ein­spielun­gen – vor allem mit Klavier – dominiert meist ein Instru­ment, in der Regel nicht das Klavier. Erfrischend anders ist das bei dieser CD: Cel­lo und Harfe wer­den völ­lig gle­ich­berechtigt wahrgenom­men. Auf der CD find­en sich zahlre­iche Bear­beitun­gen für diese Beset­zung, aber auch Orig­i­nalkom­po­si­tio­nen. Neben bekan­ntes Reper­toire von Fau­ré oder Kreisler gesellen sich span­nende Erstein­spielun­gen: das Noc­turne op. 7 von Richard Strauss’ Vater Franz Joseph (Orig­i­nal für Horn) und Old Robin Gray von Charles Oberthür nach ein­er alten schot­tis­chen Ballade.
Aus­ge­sprochen vir­tu­os und als echter Höhep­unkt ger­at­en die „Zauber­flöten-Vari­a­tio­nen“, der 2. Satz aus der Sonate op. 114 von Louis Spohr. Silke Aich­horn ist nicht nur eine umtriebige Musikun­ternehmerin – u. a. mit eigen­em CD-Label (Hör­musik) –, sie ist auch eine her­vor­ra­gende Har­fenistin. Ein­fühlsam und dif­feren­ziert har­moniert ihr Zusam­men­spiel her­vor­ra­gend mit dem nor­wegisch-deutschen Cel­lis­ten Math­ias Johansen, der alle Nuan­cen seines Instru­ments auslotet.
Das umfan­gre­iche Book­let (dt./engl.) ist ein Schmankerl. Alle Texte stam­men von Silke Aich­horn, gehen in die Tiefe, machen die Werkauswahl trans­par­ent und ver­sprühen pure Empathie. Cha­peau! Die tech­nis­che Auf­nah­me­qual­ität (Dank sei dem SWR als Co-Pro­duzent) ist her­vor­ra­gend. Es macht ein­fach Freude, dieser Ein­spielung zu lauschen.
Ger­ald Mertens