Saint-Saëns, Camille

Cavatine

für Posaune und Klavier op. 144, hg. von Dominik Rahmer, Fingersatz der Klavierstimme von Klaus Schilde

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Henle, München 2012
erschienen in: das Orchester 05/2013 , Seite 72

Es ist ein großes Ver­di­enst des Hen­le-Ver­lags, regelmäßig sorgfältig redigierte Urtext-Aus­gaben zu veröf­fentlichen. Er bietet dabei einen für den Musik­er hohen Wieder­erken­nungswert: die berühmten blauen Aus­gaben, das unverkennbar klare Noten­schrift­bild, die umfassenden Vor­worte in drei Sprachen und den gründlichen Revi­sions­bericht. Gle­ichzeit­ig wird der Noten­druck den Erfordernissen unser­er Zeit angepasst.
In der vor­liegen­den Cava­tine für Posaune und Klavier ist das beispiel­sweise so gelöst, dass man nicht wie in der bekan­nten his­torischen Aus­gabe des Ver­lags Durand von 1915 lediglich fünf Ori­en­tierungsz­if­fern hat, son­dern vielmehr Tak­tzahlen am Zeile­nan­fang.
Das Vor­wort zur Cava­tine ist umfan­gre­ich, gefüllt mit zahlre­ichen Infor­ma­tio­nen zur Entste­hung des Werks und weit­eren Hin­weisen zu Saint-Saëns’ Leben in jen­er Zeit und sein­er Arbeitsweise an dem Stück. Das ist nicht nur für Posaunis­ten inter­es­sant, son­dern bietet für jeden Musik­er, ins­beson­dere Orch­ester­musik­er, wertvolle musikhis­torische Infor­ma­tio­nen – nicht zulet­zt deshalb, weil Saint-Saëns das Stück für den amerikanis­chen Posaunis­ten George W. Stew­ard geschrieben und ihm auch gewid­met hat.
Für den vor­liegen­den Noten­text wurde die Erstaus­gabe als Vor­lage ver­wen­det unter Hinzuziehung des Auto­grafs. Inhaltlich waren dabei nur min­i­male Kor­rek­turen nötig. Ein unschätzbar­er Vorteil ist die sin­nvolle Gestal­tung der Klavier­stimme: Zum Umblät­tern ist keine Hil­fe nötig, denn am Seit­e­nende erscheinen jew­eils die leeren Pausen­tak­te. Die maßvoll geset­zten, vernün­fti­gen Fin­ger­sätze sind für das erste Lesen eine gute Hil­fe am Beginn ein­er musikalis­chen Fig­ur, im Einzel­nen wird jed­er Pianist seine eige­nen hinzufü­gen.
Zusam­men­fassend darf man fest­stellen, dass die Summe der guten Ein­drücke dieser neuen Edi­tion keine Wün­sche offen lässt.
Peter Hoefs