Claudia Irle-Utsch

BOCHUM: Im Namen des Guten

Bei Grossmans „Leben und Schicksal“ kooperieren die Bochumer Symphoniker mit dem Schauspielhaus: auf ein Kammerspiel des Grauens folgt Schostakowitschs 10. Sinfonie

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 7-8/2026 , Seite 63

Was ist der Mensch? Und was macht es mit ihm, wenn die Mächtigen ihn zur Ohnmacht verdammen? Hält er fest am Guten, Schönen, Wahren oder verliert er Rückgrat und Mitgefühl, um die eigene Haut zu retten? Wo zeigt sich das Menschliche im Menschen und wo wird er zum Wolf? – Es sind universelle Fragen, auf die der russisch-jüdische Schriftsteller Wassili Grossman (1905-1964) in einer monumentalen Erzählung nach Antwort sucht. In seinem Roman Leben und Schicksal stellt er Menschen vor, die in einer Welt von Krieg und Terror, von Repressalien und Denunziantentum leben, unentwegt herausgefordert, Entscheidungen zu treffen. Ob sie reden oder schweigen, handeln oder nicht, gehen oder bleiben, verhaften, quälen, töten. Den großen politisch-gesellschaftlichen Rahmen der Geschichte bildet die Sowjetunion unter Josef Stalin, im Kampf gegen das Deutsche Reich unter Adolf Hitler. Die wesentliche zeitliche Achse bildet der Winter 1942/43. In Stalingrad wendet sich das Blatt. Das Gute schickt sich an, das Böse zu besiegen. Aber trägt das Gute nicht auch Züge des Bösen?!

Lesen Sie weiter in Ausgabe 7-8/2026.

Page Reader Press Enter to Read Page Content Out Loud Press Enter to Pause or Restart Reading Page Content Out Loud Press Enter to Stop Reading Page Content Out Loud Screen Reader Support