Irene Knava

Audiencing Diversity 4.0

Transformation im digitalen Wandel gestalten und Wirkkraft durch Vielfalt verstärken

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Facultas, Wien
erschienen in: das Orchester 11/2019 , Seite 58

Seit 2009 ist Irene Kna­va als Autorin und Unternehmerin unter­wegs. Ihre Mis­sion ist auf die Opti­mierung der Wirkung von Kul­turbe­trieben aus­gerichtet: Pro­fes­sionelle Führung, nach­haltige Pub­likum­sen­twick­lung und -ansprache sowie Qual­itäts­man­age­ment sind wesentliche Stich­worte.
In ihrem neuesten Buch, welch­es an die inten­siv­en Praxis­er­fahrun­gen der ver­gan­genen Jahre anknüpft, stellt Irene Kna­va Diver­sität und Dig­i­tal­isierung in den Mit­telpunkt. In den USA und Großbri­tan­nien sind das schon länger wichtige The­men für Kul­turbe­triebe, in Deutsch­land begin­nt das Bewusst­sein erst langsam zu wach­sen. Wie bere­its in den früheren Pub­lika­tio­nen wird das bewährte Prinzip eines Arbeits­buchs beibehal­ten. Fra­genkat­a­loge, Check­lis­ten, Grafiken und Hand­lungsan­weisun­gen sollen dem Prak­tik­er eine Hil­festel­lung geben, die für seinen Kul­turbe­trieb rel­e­van­ten The­men und Fragestel­lun­gen ganz konkret zu erar­beit­en.
Das Buch ist in zwei etwa gle­ich große Teile gegliedert, die auch in der far­blichen Gestal­tung deut­lich in Pink und Blau abge­gren­zt sind. Teil 1 stellt das Pub­likum in den Mit­telpunkt. Ins­ge­samt acht nach Geschlecht, Alter und Migra­tionsh­in­ter­grund unter­schiedene Besucher­typen helfen, unter­schiedliche Per­spek­tiv­en einzunehmen und ver­schiedenar­tige Bedürfnisse einzuschätzen. Wie wirken sich Mega­trends (Glob­al­isierung, Indi­vid­u­al­isierung, Flex­i­bil­isierung etc.) auf die Kul­tur­nutzung aus? Wie wirkt die Dig­i­tal­isierung auf Pub­likum, Per­son­al und Pro­gramm, wie auf Kun­den­beziehun­gen und Mar­ket­ing, auf Pro­duk­te und Dien­stleis­tun­gen, auf Abläufe und Prozesse, auf Organ­i­sa­tion, Mitar­beit­er und Unternehmen­skul­tur?
Ergänzend zu neueren Erken­nt­nis­sen der Besucher­forschung gibt Kna­va gute Hand­lungsan­weisun­gen zum Com­mu­ni­ty Build­ing, zu mehr Diver­sität und Par­tizipa­tion im Pub­likum. Beson­ders instruk­tiv sind die Ergeb­nisse von drei Work­shops aus Wien, Berlin und Bochum mit zahlre­ichen Prax­is­tipps, wie Diver­sität stärk­er in Kul­turbe­trieben ver­ankert wer­den kön­nte.
Teil 2 befasst sich mit der Umset­zung und Change-Man­age­ment. Dabei knüpft die Autorin an ihre Darstel­lun­gen zum Qual­itäts- und Wirkungs­man­age­ment in Audi­enc­ing III: ISO for Cul­ture an. Fra­gen laut­en unter anderem: An welchen Stellen im Betrieb müssen Verän­derun­gen vorgenom­men wer­den, wer ist für die Steuerung ver­ant­wortlich? Wiederum beson­ders hil­fre­ich sind zahlre­iche Fra­gen, wie die Kul­turein­rich­tung mit einzel­nen Mega­trends konkret umge­ht.
Wer diese Fra­gen für sein Orch­ester oder Konz­erthaus ein­mal durchdek­lin­iert hat, wird anschließend ein völ­lig neues Unternehmensver­ständ­nis entwick­eln. Auch für Audi­enc­ing 4 gilt: uneingeschränk­te Leseempfehlung! Ein Muss für Führungskräfte in Kul­turbe­trieben.
Ger­ald Mertens