Werke von Michail Glinka, Paul Hindemith, Alain Bernaud und anderen

Arundo

Marceau Lefèvre (Fagott), Emilien Lefèvre (Oboe), Kimiko Imani (Klavier)

Rubrik: CDs
Verlag/Label: ClassicClips CLCL 130
erschienen in: das Orchester 07-08/2015 , Seite 78

Mit dem Inter­na­tionalen Wet­tbe­werb Hül­s­ta Wood­winds, der im Jahr 2014 in Mün­ster zum drit­ten Mal stat­tfand, fördert die Gesellschaft zur Förderung der West­fälis­chen Kul­tur­ar­beit e.V. (GWK) in Zusam­me­nar­beit mit der Fir­ma Hül­s­ta hochbe­gabte junge Holzbläs­er. Gesucht wur­den mit dem Fokus auf der kün­st­lerischen Per­sön­lichkeit „Preisträger, die nicht nur durch Vir­tu­osität, son­dern durch Orig­i­nal­ität, durch ein außergewöhn­lich tiefes musikalis­ches Ver­ständ­nis, sowie durch die Authen­tiz­ität ihres Vor­trags überzeu­gen“. Dieser hohe Anspruch und das kün­st­lerische Ziel kon­nten hier­bei erre­icht und mit dem jun­gen franzö­sis­chen Fagot­tis­ten Marceau Lefèvre unter Beweis gestellt wer­den, der mit dem ersten Preis aus­geze­ich­net wurde. Gefördert durch die Spon­soren, hat er nun­mehr mit dieser Ein­spielung die Möglichkeit, ein­er bre­it­eren, inter­essierten Zuhör­erschaft seine instru­men­tal­en und kün­st­lerischen Vorzüge vorzu­tra­gen. Seine Spiel­weise besticht durch einen kul­tivierten Grund­klang, der eine spielerische franzö­sis­che Leichtigkeit mit ein­er inter­pre­ta­torischen Über­legen­heit verbindet.
Das inter­es­sante Pro­gramm bein­hal­tet im Schw­er­punkt franzö­sis­che Musik in Verbindung mit einem melodisch reizvollen Sonaten­satz von Michail Glin­ka und der Fagottsonate von Paul Hin­demith – Werke, welche gemein­sam mit der kon­ge­nialen Part­ner­in Kimiko Imani auf hohem Niveau einge­spielt wur­den. Eine absolute Bere­icherung des Fagott-Reper­toires sind die nach­fol­gen­den Werke von Alain Bernaud, Hen­ri Dutilleux und Mar­cel Bitsch. Diese Kom­po­si­tio­nen sind alle im Auf­trag des altehrwürdi­gen Paris­er Con­ser­va­toire für Wet­tbe­werbe und Prü­fungsvor­spiele geschrieben. Die Hal­lu­ci­na­tions von Bernaud beein­druck­en durch ihre hohe kom­pos­i­torische Qual­ität und ihre extreme Darstel­lungskraft eksta­tis­ch­er Gefühlszustände mit höch­stem bläserischen und vir­tu­osen Anspruch. Eine weit­ere hochkarätige Kom­po­si­tion, Sara­bande et Cortège von Dutilleux, zeigt die kom­plex­en Aus­drucksmöglichkeit­en des Soloin­stru­ments. Auch das Con­certi­no von Bitsch bietet den bei­den Instru­men­tal­is­ten alle Möglichkeit­en, ihre Klasse, gepaart mit ein­er entsprechen­den Spiel­freude, unter Beweis zu stellen.
Mit Mar­tial Solals Seul con­tre tous (Allein gegen alle) fol­gt das einzige Solostück; O-Ton Marceau Lefèvre: „ein gle­icher­maßen humoris­tis­ches, vir­tu­os­es, jazz­iges und effek­tvolles Stück“.
Den Schlusspunkt set­zt das Trio für Oboe, Fagott und Klavier von Fran­cis Poulenc. Gemein­sam mit seinen Part­nern, seinem Brud­er Emi­lien Lefèvre und der Pianistin Kimiko Imani, musiziert Marceau Lefèvre mit Witz und Charme dieses geniale Stück franzö­sis­ch­er Kam­mer­musik.
Marceau Lefèvre, geboren 1993 in Avi­gnon, studiert in Paris am Con­ser­va­toire Supérieur de Musique bei Lau­rent Lefèvre. Sein Brud­er studierte eben­so in Paris am Con­ser­va­toire Oboe und Musik­wis­senschaft. Die Pianistin Kimiko Imani studierte in Det­mold, ist Preisträgerin der GWK und unter­richtet an der UdK in Berlin.
Alfred Rinder­spach­er