Werke von John Williams, Andrea Morricone, Udo Jürgens und anderen

All of me

Alexander Wurz (Tenorhorn), Musikkorps der Bundeswehr Siegburg, Ltg. Christoph Scheibling

Rubrik: CDs
Verlag/Label: Bauer Studios BCD 7435
erschienen in: das Orchester 12/2016 , Seite 67

Dass bei Ernst Hut­ters Egerlän­der Musikan­ten her­vor­ra­gende Instru­men­tal­is­ten spie­len, ist all­ge­mein bekan­nt. Ein­er von ihnen, Alexan­der Wurz, hat sich nun darangemacht, sein solis­tis­ches Kön­nen auf dem Tenorhorn, dem Eupho­ni­um und der Posaune auf ein­er CD vorzustellen. Begleit­et wird er vom Musikko­rps der Bun­deswehr Sieg­burg. Wurz selb­st war einige Jahre als Musik­er bei der Bun­deswehr beschäftigt, allerd­ings im Luft­waf­fen­musikko­rps Karl­sruhe. Ver­mut­lich ist das sehr har­monis­che Zusam­men­spiel zwis­chen Solist und Begleitorch­ester darauf zurück­zuführen, dass sich Solist und Diri­gent aus der Karl­sruher Zeit ken­nen und schätzen. Aus diesem Grund soll gle­ich vor­weg genom­men wer­den: Diese CD ist ein wirk­lich­er Hör­genuss.
Solist und Musikko­rps präsen­tieren sich her­vor­ra­gend. Die gut durch­dachte Zusam­men­stel­lung unter­schiedlich­ster Musik­gen­res und die sehr gekon­nten Arrange­ments, zum Großteil von guten Fre­un­den oder (ehe­ma­li­gen) Kol­le­gen geset­zt, sowie einige eigens für Wurz kom­ponierte Stücke lassen diese CD trotz der Vielzahl an Einzeltiteln zu einem geschlosse­nen Ganzen wer­den. Auch die Ton­meis­ter haben gute Arbeit geleis­tet, klan­glich gibt es nichts auszuset­zen.
Nicht zulet­zt liegt das Gelin­gen dieser Pro­duk­tion natür­lich an Alexan­der Wurz selb­st, der es ver­ste­ht, auf seinem Instru­ment nicht nur zu spie­len, son­dern zu sin­gen. Vir­tu­osität gehört bei Blech­bläsern mit­tler­weile zum Stan­dard. Inter­es­sant wird das Zuhören aber dann, wenn ein Musik­er es ver­ste­ht, sein Instru­ment als Weit­er­führung der men­schlichen Stimme zu ver­ste­hen. Alexan­der Wurz gelingt genau das. Die sehr gezielt einge­set­zten instru­men­tal­en Effek­te sind Schmankerl, die beein­druck­en und den Zuhör­er auch gele­gentlich schmun­zeln lassen.
Hört man das in allen Nuan­cen sehr fein musizierende Musikko­rps der Bun­deswehr, so ist es wirk­lich bedauer­lich, dass in den ver­gan­genen Jahren vier andere Bun­deswehr-Musikko­rps dem Rot­s­tift zum Opfer gefall­en sind. Diese CD beweist, welche wichtige und vielfältige Auf­gabe durch diese Klangkör­p­er erfüllt und welche hohe musikalis­che Qual­ität von ihnen geboten wird. Vielle­icht kann diese CD, auch wenn sie der Präsen­ta­tion eines Solis­ten dient, dazu beitra­gen, kün­ftige Sparpläne zu über­denken.
Der einzige Kri­tikpunkt: das etwas lang­weilige Book­let. Spricht einen das Cov­er mit einem in ein­er Herb­st­land­schaft spazieren­den Solis­ten dur­chaus an, so ist die Vielzahl von Gruß­worten – neun an der Zahl – recht ermü­dend. Weniger wäre hier mehr gewe­sen.
Ulrich Haider