SeppDeppSeptett

Acht auf einen Streich!

Rubrik: CDs
Verlag/Label: www.seppdeppseptett.com
erschienen in: das Orchester 07-08/2021 , Seite 77

Sep­pDeppSeptett – Sie stolpern schon bei der Aussprache dieses Namens? Sie hal­ten ein Septett mit acht Mit­gliedern für einen großen Scherz? Da sind Sie sich­er in guter Gesellschaft. Den­noch soll­ten Sie unbe­d­ingt die CD Acht auf einen Stre­ich! ken­nen­ler­nen, denn diese kann sich hören lassen!
Ganz im Stil des bekan­nten Blech­bläserensem­bles Mnozil Brass hat sich das Sep­pDeppSeptett Musikkabarett vom Fein­sten auf die Fah­nen geschrieben – im Unter­schied zum Ideenge­ber aus Öster­re­ich allerd­ings auch mit weib­lichen Mit­gliedern. Neben Jonathan Baur – Hor­nist am Lan­desthe­ater Coburg und Mitini­tia­tor dieses Musik-Kabarett-Ensem­bles, welch­es in Konz­erten neben instru­men­tal­en High­lights auch gerne mit Theater‑, Tanz- und Gesang­sein­la­gen glänzt – find­en sich auf der Beset­zungsliste weit­ere pro­fes­sionell aus­ge­bildete Blech­bläs­er, welche teil­weise als freiberu­fliche Orch­ester­musik­er oder als Musikpäd­a­gogen arbeiten.
In der Beset­zung drei Trompe­ten (Sebas­t­ian Gröller, Valentin Erny, Robin Nikol), drei Hörn­er (Jonathan Baur, Aileen Jen­ter, Pia Sophie Stahl) und Tuba (Philipp Kögel) wer­den die Musik­erin­nen und Musik­er von Nico Graz unter­stützt, der die lusti­gen Klang­wel­ten des „Septetts“ mit Akko­rdeon, Accor­di­na und Sax­o­fon bere­ichert. Größ­ten­teils bewe­gen sich die bei Acht auf einen Stre­ich! vor­liegen­den Auf­nah­men im Bere­ich der Volksmusik, an vie­len Stellen blitzen aber ganz im Sinne ein­er guten Cross-over-
Mis­chung vielfältige Zitate aus Pop- und Film­musik auf. Fools Gar­dens Lemon Tree ist eben­so enthal­ten wie Auszüge aus Drei Hasel­nüsse für Aschen­brödel von Karel Svo­bo­da aus dem Jahr 1973 sowie der Schlager Ich will keine Schoko­lade, mit dem Trude Herr in die Geschichte einging.
Sebas­t­ian Gröller, Trompeter des Ensem­bles, hat gle­ich mehrere Neukom­po­si­tio­nen beiges­teuert, beispiel­sweise das im Balkan-Jazz-Stil gehal­tene Szabolc­sen­te­huhn – ein Fan­tasien­ame in Anlehnung an den Trossinger Pro­fes­sor für Horn, Szabolcs Zem­pléni. In Die finale Aufer­ste­hung, welch­es ein Arrange­ment basierend auf Mahlers 2. Sin­fonie ist, beweist der Arrangeur Jonathan Baur, dass eine Diminu­tion dieses gewalti­gen Werks für eine Kam­mer­musikbe­set­zung dur­chaus reizvoll zu hören sein kann.
Das Book­let hält für die inter­essierten Leser lediglich ein kurzes Märchen bere­it. Eine umfan­gre­ichere Ver­sion ist den fehlen­den Konz­ertein­nah­men – bed­ingt durch die Absagen während des Lock­downs – zum Opfer gefall­en. So erfährt man lei­der nichts zu den einzel­nen Kün­st­lerin­nen und Kün­stlern, den Kom­pon­is­ten oder auch zu den Werken. Doch wer mehr über das Sep­pDeppSeptett wis­sen möchte, wird auf der Home­page des Ensem­bles fündig, die einen umfan­gre­ichen Ein­blick in das kün­st­lerische Schaf­fen gibt.
Der neue Ton­träger Acht auf einen Stre­ich! schließt mit dem Stück
Die Uhr tickt, ein­er Umdich­tung des Lieds Mann im Mond von den Prinzen; ein­er Mah­nung, die freien Kul­turschaf­fend­en während der Coro­na-Krise nicht zu vergessen.
Kristin Thielemann