Ermanno Wolf-Ferrari

3 Violin-Sonatas

Davide Alogna (Violine), Costantino Catena (Klavier)

Rubrik: CDs
Verlag/Label: Brilliant Classics
erschienen in: das Orchester 04/2021 , Seite 74

Erman­no Wolf-Fer­rari war Zeit seines Lebens hin- und herg­eris­sen zwis­chen seinen ital­ienis­chen und deutschen Wurzeln. Sein deutsch­er Vater, der eine ital­ienis­che Adelige heiratete, war als Maler von Remakes alter ital­ienis­ch­er Meis­ter berühmt. Sohn Her­mann, Erman­no, wählte dann aber doch die Musik und machte sich eine eigen­tüm­liche ital­ienisch-deutsche Ton­sprache fernab aller Zeit­strö­mungen zum Markenzeichen.
Der beson­ders mit seinen Komis­chen Opern erfol­gre­iche Kom­pon­ist bedi­ente auch das weite Spek­trum der sin­fonis­chen und Kam­mer­musik. Seine drei Vio­lin­sonat­en stam­men von 1895, 1901 und 1943, aus Stu­di­en­t­a­gen bei Rhein­berg­er in München bis zur Pro­fes­sur am Mozar­teum Salzburg, von wo er Anfang der 1940er in die Schweiz und später in seine Geburtsstadt Venedig floh. Dort starb er 1948.
Wenn Davide Alogna und sein Klavier­part­ner Costan­ti­no Cate­na, bei­de Spezial­is­ten im ital­ienis­chen Reper­toire des 20. Jahrhun­derts, sich Wolf-Fer­raris annehmen, so klingt das satt, voll, musikan­tisch. Und man spürt der Klärung des Aus­drucks nach, vom leicht taumeliegen Früh­stil zum präzisen des Alters. Alle drei Sonat­en klin­gen wun­der­bar, was auch an Alog­nas schön­er Testore-Geige liegt. Den bei­den Musik­ern ist warmherziges, ver­ständi­ges Zusam­men­spiel eigen, dem man die Liebe zur Musik ihres Lands­man­ns anhört. Eine gewichtige Erweiterung des gängi­gen Repertoires.
Armin Kaumanns