Burba, Malte

100 Fragen an Malte Burba

Der Blechblas-Ratgeber, Bd. 2

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: DVO Druck und Verlag Obermayer GmbH, Buchloe 2016
erschienen in: das Orchester 12/2016 , Seite 57

Schon vor vie­len Jahren begann die Zeitschrift Clar­i­no damit, ihren Lesern die Möglichkeit zu geben, Fra­gen rund um alle The­men des Blech­bläser­bere­ichs zu stellen. Beant­wortet wer­den diese Fra­gen im Rah­men ein­er monatlichen Kolumne von dem renom­mierten Trompe­ten­lehrer Malte Bur­ba, der sich gemein­sam mit Till Brön­ner seit 2009 eine Pro­fes­sur für die Fachrich­tun­gen Jazz/Rock/Pop an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dres­den teilt.
Bur­ba hat in sein­er eige­nen Aus­bil­dung nicht nur Trompete, son­dern auch Musikpäd­a­gogik, Mu­sikwissenschaft und Klavier studiert; zusät­zlich belegte er die Fäch­er Medi­zin und Phonetik. Aus diesem umfan­gre­ichen Wis­sen her­aus entwick­elte er ein eigenes, sehr erfol­gre­ich­es didak­tis­ches Konzept. Umso erfreulich­er ist es, dass er eben dieses Wis­sen in Clar­i­no zur Ver­fü­gung stellt. Die Fülle von Anfra­gen hat den DVO-Ver­lag, Her­aus­ge­ber von Clar­i­no, dazu bewogen, nun Band 2 von 100 Fra­gen an Malte Bur­ba zu veröf­fentlichen (Band 1: 2014).
Der Rat­ge­ber ist nicht nur für Laien inter­es­sant zu lesen, auch Profis kön­nen dur­chaus von den sehr aus­führlichen und gut über­legten Antworten eines in allen Musikrich­tun­gen heimis­chen Autors prof­i­tieren. Geord­net nach The­men wer­den in diesem Band Fra­gen zu Ansatz, Atmung, Gesund­heit, Instru­ment, Klang, Lip­pen, Mund­stück, Moti­va­tion, Üben, Zähne und Zunge beant­wortet.
Bur­ba nimmt die Clar­i­no-Leser ernst, beant­wortet all­ge­meine Fra­gen eben­so gewis­senhaft wie indi­vidu­elle, scheut aber auch nicht davor zurück, sehr direkt auf Prob­leme hinzuweisen, die vielle­icht mehr mit der Per­sön­lichkeit des Fragestellers zu tun haben als mit der Methodik des Blech­blasens an sich. Ger­ade diese Antworten haben einen beson­deren Reiz. Dem Leser wird ver­mit­telt, dass es The­men gibt, bei denen es sin­nvoller ist, an sich selb­st zu arbeit­en, anstatt die Schuld beim Instru­ment, dem Mund­stück oder auch dem Lehrer zu suchen.
Dem Autor gelingt es darüber hin­aus zu zeigen, dass die Beschäf­ti­gung mit einem Instru­ment ein kreativ­er und arbeitsin­ten­siv­er Prozess ist, dass aber die Grund­lage immer die Freude am Musizieren sein muss. Er motiviert in seinen Antworten dazu, den gesun­den Men­schen­ver­stand einzuset­zen und nicht blind irgendwelchen Ide­olo­gien zu fol­gen, von denen auch (oder ger­ade) der Blech­bläser­bere­ich nicht wirk­lich frei ist.
Es lohnt sich also, dieses Buch zu lesen und als Nach­schlagew­erk im Regal ste­hen zu haben. Natür­lich kann man heutzu­tage zu jed­er Frage eine schnelle Antwort im Inter­net find­en, doch wie Malte Bur­ba in sein­er Antwort zu genau dieser Fest­stel­lung eines Lesers schreibt: „Wenn Sie die falschen Leute fra­gen, bekom­men Sie nicht unbe­d­ingt die richti­gen Antworten!“ Malte Bur­ba ist in jedem Fall ein Musik­er, den man fra­gen kann und fra­gen darf.
Ulrich Haider