Wolf-Dieter Peter
IN DEN TRÜMMERN DER EIGENEN WELT
Aspekte aus 150 Jahren Deutungsgeschichte von Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“
Richard Wagner wollte das ganz andere: gegen „Italianità“ und Kunstkommerz, denn deren „wirkliches Wesen ist die Industrie, ihr moralischer Zweck der Gelderwerb, ihr ästhetisches Vorgehen die Unterhaltung der Gelangweilten“. Also zunächst Brettertheater am Rhein, niederzubrennen nach den Vorstellungen. Dann deutlich später, auch durch das Ausnutzen von Mäzenen und Freunden: die Kleinstadt Bayreuth; grüner Hügel mit Auffahrt zu einem revolutionären Theaterbau; in Anlehnung an das griechische Theater ein „demokratisches“ Parkett mit gleich guter Sicht; durch den Schall-Deckel das unsichtbare Orchester ohne „Dirigier-Show von Pult-Stars“; folglich im dunklen Theaterraum die Konzentration aller Zuschauersinne auf die Szene – wie sie später das Kino nachahmt und popularisiert; eine bis heute singuläre Klang-Akustik; dazu Innovationen der Orchesteraufstellung, etwa mit den ersten Geigen rechts; neue Instrumente von der Wagner-Tuba bis zu den Parsifal-Glocken; die Etablierung der „unendlichen Melodie“, des partner- und inhaltsbezogenen Wechselgesangs. Dies alles übergipfelt in der Festspielidee und daraus bald folgend der „Pilgerfahrt nach Bayreuth“: zu Wagner als erstem „Künstler-Fürsten“, der im eigenen Theater ab 1876 nur eigene Werke spielte.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 7-8/2026.
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