Barbara Busch, Sebastian Herbst
Zukunft Musikhochschule!?
Impulse für Lehre, Forschung und Organisationsentwicklung
Beiträge von rund 40 Autorinnen und Autoren vereinen Barbara Busch und Sebastian Herbst in diesem Sammelband, in dem die Entwicklung von Musikhochschulen aus künstlerischer und pädagogischer Perspektive weitergedacht wird. Die Autor:innen wollen Denkräume öffnen und Impulse geben, Gewohntes zu hinterfragen, neue Blickwinkel einzunehmen und mögliche Entwicklungswege auszutarieren. Geleitet werden sie von der Idee, dass eine zukunftsfähige Entwicklung von Musikhochschulen nur gemeinsam mit allen Akteurinnen und Akteuren aus Lehre, Forschung und Verwaltung sowie ihren Kooperationspartnern gelingt. Zukunft Musikhochschule!? will dabei weniger eine Bestandsaufnahme, vielmehr Ausgangspunkt für Bemühungen um eine Zukunftsfähigkeit der Hochschulen sein.
Wie ein roter Faden zieht sich die Frage durch das Buch, wie die über 20 Musikhochschulen Deutschlands als öffentliche und staatlich subventionierte Bildungsstätten bestehen können, ohne in Bedeutungslosigkeit zu versinken. Barbara Busch thematisiert den Gesellschaftsbezug in Lehre, Forschung und Verwaltung. Gerade die mangelnde „Systemrelevanz“ der Hochschulen wie der kulturellen Bildung allgemein, ein Un-Begriff aus der Coronazeit, hat Hochschulen wie Musikschulen aufgerüttelt und den Aufwuchs an gesellschaftlicher Relevanz von Musikerziehung im weiten Sinne in den Fokus ihres Schaffens gerückt. Bedeutung gewinnt dabei der Kompetenzerwerb, um zu gesellschaftlicher Transformation beizutragen. Hochschulen können so zu Vorreitern eines zukunftsorientierten Bildungswesens werden.
Recht mühelos wird die Frage zu beantworten sein, die Busch und Herbst gemeinsam mit Isabelle Sophie Heiss aufwerfen, ob die Zukunft der Hochschulbildung in der Traditionspflege oder der Innovation liegt. Aktuelle Entwicklungen, neue Lebens- und Arbeitsformate erfordern neue Berufsfelder, für die sich wiederum auch begeisterte Studierende finden müssen. Allerdings kann Michael Dartsch in seinem Beitrag zum dringend benötigten musikpädagogischen Nachwuchs nur mit ernüchternden Zahlen aus der aktuellen MULEM-EX und der MiKADO-Studie dienen.
Martin Eibach stellt projektbasiertes Lernen als Prozess aktiven Handelns und einer Arbeitsform, bei der komplexe Problemstellungen innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums zu bearbeiten sind, vor. Auch Eibach ist überzeugt, dass Musikhochschulen zu Orten werden können, die Schlüsselkompetenzen vermitteln und gesellschaftliche Transformationsprozesse gestalten.
„Zukunft Musikhochschule!?“ liefert jede Menge Entwicklungsimpulse für hochschulisches Handeln, ob in Lehre, Forschung oder Organisation. Die zahlreichen Beiträge bringen Themen konzentriert auf den Punkt, machen neugierig und regen zum Weiterdenken an.
Uwe Sandvoß


