Sophie Loebjinski
WAS DIE SEELE ERHELLT
Ein Pilotprojekt der Universität Greifswald untersucht die Auswirkungen des Singens mit Demenz-Erkrankten
„Liebeskummer lohnt sich nicht …“ schallt um 10 Uhr morgens durch die Flure im Seniorenheim am Botanischen Garten in Greifswald. Gerade findet eine Chorprobe statt. Jeden zweiten Freitag kommt die studierte Sängerin und Gesangspädagogin Lea Martensmeier in das Seniorenheim. Seit Anfang des Jahres singt sie eine Dreiviertelstunde gemeinsam mit 30 bis 50 Bewohnerinnen und Bewohnern. Die meisten von ihnen sind dement.
Das Repertoire reicht von Schlagern bis hin zu Volksliedern. Dieses Mal mit dabei: Jetzt fahr’n wir über’n See. Kurz erinnert Lea Martensmeier noch an die besonderen Regeln des Lieds: „Also Sie wissen, wie es läuft: Beim ersten Mal darf man immer das letzte Wort nicht singen.“ Sie erntet fröhliche Zustimmung aus dem Chor und erklärt weiter: „Beim zweiten Mal darf man es singen. Wenn man das beim ersten Mal singt, dann muss man mir einen ausgeben.“ Sie erntet Gelächter und den Kommentar: „Ist ja genug Saft da.“
Lesen Sie weiter in Ausgabe 2/2026.

