Buxtehude, Dieterich

VII. Suonate à due

Violino et Violadagamba con Cembalo, Opera secunda. Hamburg 1696. Sonata A-Dur op. 2,5. BuxWV 263

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Edition Güntersberg, Heidelberg 2007
erschienen in: das Orchester 05/2008 , Seite 59

Die Edi­tion Gün­ters­berg der bei­den Her­aus­ge­ber Leonore von Zad­ow-Reich­ling und Gün­ter von Zad­ow ist ein Ver­lag für Alte Musik. Im Bux­te­hude-Jahr 2007 bildete Musik dieses Kom­pon­is­ten einen beson­deren Schw­er­punkt der Ver­lagsar­beit. Die Her­aus­ge­ber geben sich viel Mühe und liefern ein in viel­er Hin­sicht vor­bildlich­es Noten­ma­te­r­i­al. Die Vor­worte zu den bei­den hier besproch­enen Aus­gaben geben zahlre­iche Infor­ma­tion, die für heutige, in his­torisch­er Auf­führung­sprax­is geschulte Inter­pre­ten unverzicht­bar sind. Die Quelle wird angeben, Fak­sim­i­les zeigen den orig­i­nalen Noten­text, im Fall der VII. Suonate à due wird eine Werkbeschrei­bung hinzuge­fügt.
Die Her­aus­ge­ber zeigen klar und deut­lich, was sie im Noten­text gegenüber dem Orig­i­nal verän­dert haben. Denn es geht ihnen nicht nur um den pro­fes­sionellen Spiel­er, son­dern auch um inter­essierte Laien. Für sie wer­den Erle­ichterun­gen, die den heuti­gen Kon­ven­tio­nen fol­gen, ein­be­zo­gen. Erfreulich ist dabei die Sen­si­bil­ität der Her­aus­ge­ber. So fol­gen sie beispiel­sweise der bei Bux­te­hude üblichen Prax­is, Vorze­ichen stets aufs Neue zu set­zen, auch inner­halb eines Tak­tes, wenn die Noten nicht unmit­tel­bar aufeinan­der fol­gen. So wird die Bedeu­tung der Vorze­ichen betont, was die Gestal­tung beim Spie­len bee­in­flusst.
Hil­fre­ich ist, dass das Mate­r­i­al ger­adezu lux­u­riös umfan­gre­ich geliefert wird. So enthal­ten die Aus­gaben jew­eils eine Par­ti­tur, in welch­er der Gen­er­al­bass nicht aus­ge­set­zt ist, die Stim­men der einzel­nen Instru­mente, dann aber auch eine Stimme mit dem Gen­er­al­bass und eine Cem­balostimme mit aus­ge­set­ztem Gen­er­al­bass. So wer­den diese Aus­gaben viel­seit­i­gen Wün­schen von Inter­pre­ten gerecht. Diejeni­gen, die selb­st den Gen­er­al­bass beim Spiel aus­set­zen, wer­den nicht irri­tiert von den Vor­gaben im Noten­text. Andere, die lieber den aus­ge­set­zten Gen­er­al­bass abspie­len, find­en hier einen dem Stil Bux­te­hude gemäßen Gen­er­al­bass-Satz.
Die einzel­nen Stim­men sind weit­ge­hend unverän­dert gegenüber dem Orig­i­nal. Allerd­ings ver­wen­den die Her­aus­ge­ber heute gebräuch­liche Schlüs­sel. Erfreulicher­weise fügen sie keine eige­nen Inter­pre­ta­tio­nen mit Hil­fe von Artiku­la­tion­sze­ichen ein, sodass der Spiel­er das weit­ge­hend orig­i­nale Noten­bild sieht und davon aus­ge­hend seine eigene Inter­pre­ta­tion erar­beit­en kann.
Die bei­den hier neu vorgelegten Werke von Bux­te­hude bieten ein bre­ites Spek­trum an Aus­drucksmöglichkeit­en, besitzen erstaunliche Klang­wirkun­gen und spiegeln das vir­tu­ose Spiel auf Vio­line und Vio­la da Gam­ba im 17. Jahrhun­dert wider. Sie sind gle­icher­maßen für den Unter­richt, die Haus­musik und den Konz­ert­saal dankbare und wirkungsvolle Werke.
Franzpeter Messmer