Anton Bruckner
Te Deum/Messe Nr. 3 f-Moll
Erika Baikoff (Sopran), Daniel Behle (Tenor), Sophie Harmsen (Mezzosopran), Sebastian Kohlhepp (Tenor), Christina Landshamer (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Matthew Rose (Bass), Franz-Josef Selig (Bass), SWR Symphonieorchester, SWR Vokalensemble, WDR Rundfunkchor Köln, Ltg. Pablo Heras-Casado
Anton Bruckner war nicht nur ein glänzender Symphoniker. Dass er auch als Komponist geistlicher Musik Großes leistete, bezeugt die vorliegende CD, die Bruckners Te Deum und seine Messe Nr. 3 f-Moll enthält. Am Te Deum arbeitete Bruckner zuerst vom 3. bis 17. Mai 1881 – in einer Zeit, in der er auch seine 6. Symphonie und anschließend seine 7. Symphonie komponierte. Schließlich nahm er am 28. September 1883 die Komposition des Te Deum wieder auf. Die Uraufführung erfolgte am 10. Januar 1886 durch den Wiener Singverein unter der musikalischen Leitung von Hans Richter. Das Werk wurde zu einem vollen Erfolg. Nachhaltig spiegelt es den tiefen Glauben Bruckners wider. Die Messe Nr. 3 f-Moll als Auftragswerk der Wiener Hofmusikkapelle entstand fast zwanzig Jahre vor dem Te Deum. Bis zum Jahre 1893 unterwarf der Komponist seine Messe, deren Uraufführung er persönlich leitete, mehreren Bearbeitungen. Von der Hofkapelle zunächst als unsingbar abgelehnt, fand das Werk aber dennoch schnell seinen Platz im Repertoire.
Die beiden Aufnahmen dieser CD entstanden 2024 und 2025. Das SWR Symphonieorchester, das SWR Vokalensemble sowie der WDR Rundfunkchor fügen sich hier zu einer beeindruckenden Symbiose zusammen. Und am Pult legt Pablo Heras-Casado beredtes Zeugnis von seinen hohen Fähigkeiten als Dirigent ab. Er ist kein Freund von Pathos. Vielmehr setzt er beim Te Deum auf eine klar strukturierte, weiche, geschmeidige und eher kammermusikalische Auslotung, wobei er sich als umsichtiger Begleiter für die Sänger erweist. Gekonnt hält er den Fluss der Musik aufrecht und stattet diese mit großen Spannungsbögen aus. Kräftig gelingt ihm die Einleitung. Im Folgenden deutet er das Werk heiter, rasant, energisch und teilweise sehr inbrünstig. Das Ende gelingt ihm äußerst markant.
In der Messe Nr. 3 f-Moll geht Heras-Casado dann um einiges lebhafter ans Werk und interpretiert diese recht rasant und leidenschaftlich, wobei er dem Klangteppich zudem eine ausgesprochen sinnliche Note verleiht. Die gut gelaunten Musiker:innen folgen dem Dirigenten konzentriert und setzen seine Intentionen versiert und klangschön um. Auch der eindringlich singende Chor ist voll in seinem Element.
Von den Sänger:innen können im Te Deum die Sopranistin Christina Landshamer, die Mezzosopranistin Sophie Harmsen, der Tenor Daniel Behle und der Bass Franz-Josef Selig voll überzeugen. In der f-Moll-Messe vermögen Erika Baikoff (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt) sowie Matthew Rose (Bass) für sich einzunehmen. Nicht zu gefallen vermag dagegen der flach und total in die Maske singende Sebastian Kohlhepp (Tenor).
Ludwig Steinbach


