Claudia Irle-Utsch
STUTTGART: Das Vertraute im Fremden entdecken
Das Ensemble Constantinople verwob beim Bachfest Stuttgart die Werke von Johann Sebastian Bach und Omar Khayyam
Vier Zeilen genügen dem Dichter, um einen Kosmos zu öffnen. Sein Blick sucht nach dem, was hinter den Dingen liegt – in den Weiten des Universums und in dem Mysterium, dass „zwischen dir und mir“ alles, aber auch nichts möglich sein kann. Der persische Gelehrte Omar Khayyam (1048–1131) erforschte als Astronom, wie Himmelswelten das Erdenleben strukturieren. Er wirkte als kritischer Geist zu einer Zeit, in der ein Sakrileg beging, wer blindem Glauben widersprach.
Khayyam steht beispielhaft für die reiche Kultur Persiens, für zivilisatorische Errungenschaften, die in der krisengeschüttelten Gegenwart nur bruchstückhaft erkennbar sind. Das Bachfest Stuttgart ermöglichte die Begegnung mit dem Poeten aus Nischapur.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 5/2026.

