Marco Frei
SEXTÄTER UND DOPPELMORAL
Mit Mozarts „Don Giovanni“ ist Iván Fischer bei seinem Vicenza Opera Festival ein großer Coup geglückt – in jeder Hinsicht
Diese Mozart-Oper hat schon einiges erlebt. Zuletzt gab es im Sommer 2025 zwei kontrovers diskutierte Neuproduktionen von Don Giovanni. In München starteten die Opernfestspiele mit diesem Werk, am Pult des Bayerischen Staatsorchesters der Staatsopern-GMD Vladimir Jurowski, Regie führte David Hermann. Kurz darauf gastierten in Aix-en-Provence das BR-Symphonieorchester und Simon Rattle mit der Oper, es inszenierte Robert Icke. Der große Befreiungsschlag folgte im Herbst beim Vicenza Opera Festival. Für die elfte Ausgabe seines Festivals in Norditalien hat Iván Fischer mit seinem Budapest Festival Orchestra im berühmten Teatro Olimpico eine Deutung realisiert, wie sie sich stringenter nicht denken lässt. Wie in Aix wurde auch in Vicenza die Titelpartie von Andrè Schuen gestaltet. Sonst aber überwogen die Gegensätze.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 4/2026.

