Uwe Roßner
SCHWERIN: Ein Vorsommernachtsträumchen
Mit der Uraufführung des pfiffigen Märchensingspiels „Hexenholz“ zeigt das Mecklenburgische Staatstheater Haltung und gibt ein Beispiel für ein gesellschaftlich gelingendes Miteinander
Schwalben sausen durch den klaren Nachthimmel. Der Mond steht im Zenit, der Fernsehturm innerhalb des Neubaugebietes ist in Sichtweite. Im Westen sinkt die Sonne. Ein Hauch von Hochsommer hat sich für das lange Pfingstwochenende über Nacht eingestellt. Während am Auftaktsonnabend im Berliner Olympiastadion um den diesjährigen DFB-Pokal gekickt wird, zelebriert das Mecklenburgische Staatstheater im öffentlichen Raum hinreißend fantasievoll die verbindende Kraft der Kunst. Mitten auf den Treppen des Berliner Platzes des Stadtteils Dreesch steht für letztlich insgesamt vier restlos ausverkaufte Open-Air-Vorstellungen ein riesiges Sofa. Links daneben platziert sich die fast auf Bläser und Rhythmusgruppe eingedampfte Mecklenburgische Staatskapelle, rechts ragt ein riesiges Hochhaus hinauf. In einigen geöffneten Fenstern lehnen die Bewohner auf ihrer Fensterbank. Etliche weitere Zuschauer, die trotz gekaufter Karte ohne Sitzplatz geblieben sind, verfolgen vor den Hauseingängen gebannt die Vorstellung. Dirigent Aki Schmitt hebt den Taktstock. Auf dem Rücken seines T-Shirts steht „Dreeschkind“.
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