Martin Morgenstern

SALZBURG: Sternstunden und Ernüchterung

Die Osterfestspiele Salzburg mit durchwachsenem Programm

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 7-8/2023 , Seite 52

Der Kartonschuber mit der silbernen 23 auf dem Buchrücken, aus dem die Programmhefte des aktuellen Festspieljahrgangs herausgleiten, gibt sich egalitär: Die Namen des Dirigenten Andris Nelsons, des Komponisten Richard Wagner, des Regisseurs Romeo Castellucci und – last, not least – der Festspiel-Mäzenin Aline Foriel-Destezet, alle sind hier in der gleichen, fast unleserlich kleinen Schriftgröße gesetzt. Wer die Osterfestspiele Salzburg kennt, ist von diesem Understatement überrascht. Denn wer 500 Euro für seine Opernkarte zahlt (und für den Partner oder die Partnerin und die Tochter natürlich ebenfalls) – für eine Inszenierung, die Jan Brachmann vor knapp sieben Jahren mit Leidenschaft verriss –, wer dann noch einen Tausender für Pausenschampus, Abendessen und Übernachtung drauflegt, der will das Festbesteck, dem geht es um die großen Namen. Das weiß Intendant Nikolaus Bachler natürlich und er versucht, dem treuen Stammpub- likum so gut es geht Exklusivität vorzuspielen.

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