Interview: Kai Luehrs-Kaiser
“ROUTINE IST DAS ENDE DER SENDUNG”
Antonio Pappano über sein neues Leben beim London Symphony Orchestra – und die Frage, was einen guten Dirigenten ausmacht
Herr Pappano, zum ersten Mal in Ihrer Karriere stehen Sie ohne Opernhaus da. Gefällt Ihnen das?
Antonio Pappano: Das ist schon ein komisches Gefühl, muss ich zugeben. Ich bin es gewohnt, und zwar richtiggehend physisch, jeden Tag in ein Opernhaus zu gehen und dort zu arbeiten. Mein Rhythmus ist jetzt total anders. Ohne Opernhaus, und stattdessen mit einem Symphonieorchester, ist alles viel hektischer. Ich muss ständig andere Werke dirigieren. Da ich viel übe und es gewohnt bin, mich intensiv vorzubereiten, fühle ich mich, als ob ich noch auf der Universität wäre. Andererseits, meine Beziehung zum Royal Opera House ist nach wie vor sehr gut. Wir stehen in der Mitte eines neuen Rings mit Barrie Kosky als Regisseur. Und beim London Symphony Orchestra mache ich Opern konzertant.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 6/2026.

