Sven Scherz-Schade
PFORZHEIM: Saxofone tanzen und Streicher träumen
Mit „Bilder eine Ausstellung“ ist das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim in seine Jubiläumssaison gestartet
Feinsinniges Spiel, wohlgeordnete Stimmführung und ein schöner, homogener Ensembleklang – so präsentierte sich das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim bereits im ersten Werk des Abends „Russische Bilder“, dem 1. Abonnementkonzert der 75-Jahre-Jubiläumssaison im Großen Saal des CongressCentrum Pforzheim: Alexander Glasunows Thema und Variationen
g-Moll op. 97 entfaltete sich als klangprächtiges Panorama zwischen folkloristischem Tanz und Poesie. Als Kontrast auf diesen spätromantischen Schimmer Glasunows folgte mit Dmitri Schostakowitschs Kammersinfonie op. 110a ein Werk von erschütternder Innerlichkeit. Bevor Chefdirigent Douglas Bostock den Taktstock hob, gönnte er sich und dem Ensemble einige Atemzüge Stille als einen Moment mentaler Konzentration. Die Kammersinfonie liest sich wie ein musikalisches Lebensresümee und ist zugleich ein Zeitzeugnis der politischen Beklemmungen in der Sowjetunion.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 1/2026.

