Jens Voskamp
NÜRNBERG: Figaro mit Fönfrisur
„Ein Fall für Figaro“ – Rossini als Kinderoper am Staatstheater Nürnberg
Quasi als Kontrastprogramm zum zeitgleich, wenige Kilometer entfernt stattfindenden Festival „Rock im Park“ testete das Staatstheater Nürnberg, ob sich die Generation U 18 nicht auch mit Rossini-Klängen animieren lässt. Mit Ein Fall für Figaro unternahmen die in diesem Metier ziemlich erfahrene Dramaturgin Wiebke Hetmanek und Regisseur Christian Brey den Versuch, den Barbier von Sevilla auf ein leicht verständliches Pocketformat zu stutzen. Sie verlagern den launigen Intrigenreigen in den Haarsalon von Bert O. Müller, wo der einstige Doktor Bartolo nun in Frisuren macht, aber in Wahrheit sein einziger Angestellter Figaro den Laden schmeißt. Der Salon ist zum Kleinstadt-Treffpunkt für die Halbstarken geworden, wobei bei dieser Terminologie klar wird: Das Ganze spielt in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Zwischen Petticoats, Nierentischen, Vespa-Gebrumm und Trockenhauben muss Rosi(na) aus den Fängen ihres ausländerfeindlichen, autoritären Vaters befreit werden.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 10/2026.

