Børresen, Mikael

Nordische Reflexionen

für Klarinette und Orgel (Klavier)

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Strube, München 2005
erschienen in: das Orchester 01/2007 , Seite 88

Die vier Nordis­chen Reflex­io­nen des 1947 in Kopen­hagen gebore­nen Klar­inet­tis­ten und Kom­pon­is­ten Mikael Bør­re­sen geben Ein­drücke von Som­mer­reisen in Lap­p­land wieder. Es sind Freuden­tänze, die Naturzustände besin­gen. Mit ein­er schlicht­en, peri­odisch gegliederten Melodie im 3/4‑Takt wird Auro­ra, die Mor­gen­röte, besun­gen, begleit­et von einem nur har­monisch verän­derten nach­schla­gen­den Begleitrhyth­mus. Der Klan­gau­gen­blick gibt mit ein­er rhyth­misch und melodisch sehr bewegten Musik, die nichts von roman­tisch-verträumter Stim­mung hat, die nächtliche Naturstim­mung während des Polar­lichts wieder. Mali­ak ist eine auf ein­er gle­ich­mäßig pulsieren­den akko­rdis­chen Begleitung in g‑Moll basierende synkopis­che Tanzmelodie, die durch freie Par­tien unter­brochen wird, während das let­zte Stück Uitu die unmit­tel­bare Freude am Som­mer in ein­er spritzi­gen und leb­haften Tanz­musik verkör­pert.
Die Nordis­chen Reflex­io­nen sind kurzweilige und wohlk­lin­gende Stücke, die durch ihr eigenes Kolorit ansprechen. Sie sind tech­nisch im Bere­ich der Mit­tel­stufe anzusiedeln. Sie bedür­fen ein­er eige­nen dynamis­chen Gestal­tung, da Bør­re­sen auf entsprechende Angaben verzichtet. Da es sich nicht um sakrale Musik han­delt, dürfte eine Auf­führung mit Orgel sel­tener zu real­isieren sein. Der spiel­tech­nisch ein­fache Part ist aber man­u­aliter aus­führbar und ohne speziell angegebene Klang­ef­fek­te gestal­tet, sodass sich das Klavier als ein gle­ich­w­er­tiger Ersatz anbi­etet.
Herib­ert Haase