Uwe Kraus

NORDHAUSEN: Frauenpower im Bühnennebel

Loh-Orchester: Rossinis „Barbier von Sevilla“ – eine Inszenierung aus ­feministischer Perspektive

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 54

Die Bühne des Barbier von Sevilla in Nordhausen hat eine große Bücherecke. Deren Bestand wirkt klar strukturiert. Gastregisseurin Mechthild Harnischmacher inszeniert die komische Oper aus ihrer ganz speziellen feministischen Perspektive. Im „Theater im Anbau“ wird doppelt übertitelt: Gleich zu Beginn der Aufführung erscheinen dort, wo der Opern-Besucher die deutsche Übersetzung der italienischen Texte erwartet, die komplette Personalliste der fast dreistündigen Inszenierung; zusätzlich greift die Regie tief in die Regale der politischen Frauenliteratur – mit Titeln wie Freundschaft – eine andere Form von Liebe, Das verflixte X: Sind Frauen intelligenter als Männer? und Das Ende des Patriarchats. Schnell wird klar: Die Regisseurin will kein klamaukiges Possenspiel à la italienischer Commedia dell’arte, keine subtil verpackten Männerbotschaften, sondern Frauenpower.

Lesen Sie weiter in Ausgabe 4/2026.

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