Neue Gumbert-Quartette I

Eine Sammlung beliebter Hornquartette aus alter und neuer Zeit für festliche, fröhliche und ernste Anlässe, hg., ausgewählt und ergänzt von Peter Damm, Partitur und Stimmen

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Uetz, Halberstadt 2008
erschienen in: das Orchester 04/2011 , Seite 69

Die Neuen Gum­bert Quar­tette wur­den in zwei Bän­den für vier Hörn­er von Peter Damm, ehe­ma­liger Solo-Hor­nist der Dres­d­ner Staatskapelle, her­aus­gegeben. Bei den neuen Aus­gaben sind lediglich 34 von den ursprünglichen von Gum­bert her­aus­gegebe­nen 136 Titeln in vier Bän­den erschienen. Acht zusät­zliche Werke von anderen Kom­pon­is­ten, wie zum Beispiel Anton Bruck­n­er, ergänzen die zwei Bände. Der hier vor­liegende erste Band bein­hal­tet 21 unter­schiedliche Titel von Choral­sätzen über Jagdfan­faren und Märschen bis hin zu beliebten Volk­sliedern. Der tech­nis­che Schwierigkeits­grad für den Spiel­er reicht von leicht bis mit­telschw­er. Die Horn­stim­men sind in F notiert, wobei die vierte Horn­stimme stets im Basss­chlüs­sel, eine Quarte höher klin­gend, notiert ist. Die Quar­tette kön­nen zusät­zlich in anderen Tonarten als notiert gele­sen wer­den, um für den Hor­nisten unab­d­ing­bares Transponieren zu trainieren und die erste Stimme zu ent­las­ten.
Der erste Band begin­nt mit sieben tech­nisch leicht spiel­baren Chorälen, fünf davon von Johann Sebas­t­ian Bach. Weit­er geht es mit langsamen getra­ge­nen Stück­en von religiösem Charak­ter wie z.B. Mozarts Ave verum cor­pus und Bruck­n­ers Ave Maria. Danach wer­den zunehmend schwierigere und schnellere Stücke (Marsch, Pol­ka und Walz­er) präsen­tiert, gefol­gt von diversen Volks- und Jäger­liedern. Eine Fan­fare im Sech­sach­tel-Takt von Adolph Lind­ner run­det den ersten Band ab.
Friedrich Adolph Gum­bert (1841–1906) war Hor­nist im Gewand­hau­sor­ch­ester sowie Horn­lehrer am Königlichen Kon­ser­va­to­ri­um in Leipzig. Bekan­nt wurde er als Her­aus­ge­ber von Orch­ester­stu­di­en für Horn. Zudem gab er die Samm­lung Aus­gewählte Horn-Quar­tette her­aus, an denen sich die hier vor­liegen­den Quar­tette ori­en­tieren. Die unter­halt­samen Charak­tere der Stücke dienen der Freude am gesel­li­gen Musizieren mit gle­ich­gesin­nten Hor­nisten.
Die Noten sind angenehm zu lesen, sauber gedruckt und schön for­matiert. Jedoch bein­hal­tet die Aus­gabe einige offen­sichtliche Druck­fehler. Exem­plar­isch sei der fol­gende genan­nt: Die drei b am Anfang von Nun Dan­ket alle Gott sind über­flüs­sig, zumal das Stück in G-Dur ste­ht. In den fol­gen­den Tak­ten hätte dem­nach auf sämtliche Auflöseze­ichen und Kreuze verzichtet wer­den kön­nen. Beim Gebrauch mod­ern­er Noten­pro­gramme kön­nen sich solche Fehler durch einen verse­hentlichen Mausklick schnell und unver­hofft ein­schle­ichen. Es bedarf somit ein­er noch kri­tis­cheren Kor­rek­tur­prü­fung seit­ens des Her­aus­ge­bers, um solche Fehler zu ver­mei­den.
Trotz der weni­gen Män­gel bere­ichert dieser erste Band auf­grund sein­er vielfälti­gen und gut spiel­baren Stück­auswahl die Lit­er­atur jedes Hor­nensem­bles. Er ist für Schüler, Laien­musik­er oder pro­fes­sionelle Hor­nisten gle­icher­maßen zum Musizieren bei ver­schiede­nen Anlässen geeignet.
Thomas Swart­man