Wolf-Dieter Peter

München: Gemeinsam für Musik

Die Münchner Philharmoniker präsentieren ein Familiengrusical fürs ganz junge Publikum

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2023 , Seite 52

Ganz wunderbar in unserem Land: Unsere Kinder haben – nach viel Musischem in der Kita – eine Wochenstunde Musik, zwei Wochenstunden Kunst und zwei Wochenstunden Sport in der Schule. Das ist gar nicht so? Es fehlen – völlig überraschend – speziell für diese Fächer über zehntausend Lehrkräfte? Kaum verwunderlich, dass aus diesem Grund landesweit Musikinstitutionen versuchen, einzuspringen – so jetzt die Münchner Philharmoniker mit dem Familiengrusical Senta und die verfluchte Partitur.
Die Isarphilharmonie war mit rund 1600 jungen Besuchern „ab 5 Jahren“ gut gefüllt. Rang und Rundhorizont hinter dem in großer Besetzung auftretenden Orchester verdeckte ein Projektionsvorhang. Das Proszenium nahm eine Spiellandschaft ein: das kisten- und kastenreiche Lager der Gespensterforscherin Senta van Helsing. Nach standesgemäßem Begrüßungsapplaus legten „die MüPhis“ unter Andreas Kowalewitz spätromantisch wogend und wabernd los: Den durchgehenden Orchester-Sound hatte Felix Janosa komponiert, bekannt als „Hochkultur-Punk“ durch seine Ritter Rost-Reihe. In die Musik hinein platzte dann Senta mit einer weiteren Kiste. Sie musste sich mit dem gewieft mitspielenden Kowalewitz einigen und steuerte einen ersten Song über ihr Anderssein bei. Beim Öffnen der Kiste fand sie alte Noten – und sang mit den nun erwachten Geistern Tranquilla und Glissandi ein erstes Terzett.

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