Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Françoise Choveaux
Konzert für zwei Klaviere und Orchester in Es-Dur KV 365/ Cristián en el Tortoni, Buenos Aires op. 261
Margarita Höhenrieder (Klavier), Antti Siirala (Klavier), Sébastien Innocenti (Bandoneon), Wiener Concert-Verein, Ltg. William Garfield Walker
Diese Neuaufnahme des eher selten zu hörenden Konzerts für zwei Klaviere und Orchester KV 365 von Wolfgang Amadeus Mozart besticht durch ein abgerundetes Klangbild. Mozart hat es im Jahre 1780 für seine Schwester Nannerl und sich selbst geschrieben. Überaus anziehend wird hier der Dialog zwischen den beiden gleichberechtigten Solisten geführt. Die konzertante Auseinandersetzung verläuft elektrisierend und voller Wetteifer!
Der Wiener Concert-Verein unter der einfühlsamen Leitung von William Garfield Walker musiziert eher zurückhaltend. Die Themen besitzen aber Glanz und Selbstbewusstsein, was die beiden Pianist:innen Margarita Höhenrieder und Antti Siirala sehr gut zum Ausdruck bringen. Erstaunliche Schatten verflüchtigen sich hier auf geheimnisvolle Weise. Das Andante wird von Schwermut beherrscht und geht nach Phasen des Ausbruchs bald wieder auf die schmeichlerischen Beschwichtigungen des Orchesters ein. Auch das Allegro-Rondo fasziniert mit fröhlich-beschwingter Laune, wobei beide Pianist:innen die klangliche Balance stets bewahren. Die Themen und Motive sprudeln dabei in erfrischender Weise hervor. Als Weltersteinspielung erklingt auf dieser CD Cristián en el Tortoni, Buenos Aires von Françoise Choveaux. Man spürt bei diesem klanglich differenzierten Werk, dass die Komponistin selbst Pianistin ist. Sie knüpft an eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Musiktradition an. Bis heute hat sie mehr als 330 Werke für alle Instrumente und alle Besetzungen geschrieben, vom Solo bis zum Sinfonieorchester. Verschiedene Stilrichtungen dominieren auch in dieser dynamisch differenzierten Version, die die virtuosen Möglichkeiten des Klavierspiels überzeugend nutzt. Harmonisch wird dabei immer wieder Neuland betreten. Intervalle und chromatische Verästelungen erinnern an das lateinamerikanische Flair und an die Synkopen bei Astor Piazzolla.
Hier brilliert vor allem auch Sébastien Innocenti am Bandoneon. Das Werk besitzt eine ganz unverwechselbare Aussagekraft und eine gewaltige dynamische Bandbreite, die plötzlich abrupt endet. Die thematische Vielfalt und das kontrapunktische Gewebe treten in eindrucksvoller Weise in Erscheinung. Empfehlung!
Alexander Walther


