Schulte im Walde, Christoph

Ich würde es immer wieder machen”

Erfahrungen eines Orchestermusikers mit dem "Sabbatjahr"

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 10/2011 , Seite 30

"Sechs Tage kannst du deine Arbeit verrichten, am siebten Tag aber sollst du ruhen" – dieses "Rezept" für ein kluges, sinnvolles Leben empfiehlt schon das zweite alttestamentliche Buch der Bibel, das Buch "Exodus". Dort heißt es auch: "Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen; im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen." Dieses siebte Jahr bekommt den Namen "Sabbatjahr" und meint: Pause machen, nichts tun. Ein Sabbatjahr ist längst in Mode gekommen nicht nur im Kreis gestresster Akteure der Wirtschaft. Da gehen ansonsten rastlos agierende Menschen für ein, zwei Wochen ins Kloster, suchen die Stille, nehmen sich auch mal eine noch längere Auszeit. Ein ganzer Geschäftszweig ist da neu entstanden und kann über Mangel an Kunden nicht klagen. Und Orchestermusiker? Da fällt die Entscheidung, sich vom Opern- und Konzertbetrieb befristet zurückzuziehen, bislang offenbar nur sehr selten. Einen entsprechenden Interview-Partner zu finden, war nicht ganz einfach. Peter Wünnenberg vom Orchester der Komischen Oper Berlin berichtet von seinen Erfahrungen mit dem "Sabbatjahr".