Martin Morgenstern
GEWISSEN, ANGST, SCHAM
Musikalische und musikwissenschaftliche Entdeckungen im Schostakowitsch-Jahr 2025
Fünfzig Jahre nach Dmitri Schostakowitschs Tod beleuchtete ein Symposium der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft in Leipzig aktuelle Forschungsfragen. Eingebettet war es in ein großes Festival am Gewandhaus, das nicht nur die Sinfonien und Streichquartette des Komponisten, sondern auch weitere Kammermusik in hervorragenden Interpretationen präsentierte. Im Opernhaus nebenan wurde zudem die Lady Macbeth von Mzensk wiederaufgenommen. Die Musik brachte das Publikum dies- und jenseits des Augustusplatzes zu begeistertem Jubel; das Symposium jedoch hinterließ bei mir einen gespaltenen Eindruck. Mein Fazit: Wir werden diesem Komponisten nicht gerecht, wenn wir seine Werke immer zuerst auf ihre politische Wirkabsicht hin befragen.
Ob der in den achtziger Jahren in Dresden stationierte Wladimir Putin, der sich vor einigen Jahren gegenüber Musikstudenten als Schostakowitsch-Liebhaber outete, wohl das damalige Gedenkkonzert der Dresdner Philharmonie zum 10. Todestag des Komponisten besucht hat?
Lesen Sie weiter in Ausgabe 4/2026.

