Werke von Beethoven, Schumann, Widmann und Brahms

From Beethoven to Present. The Sound of the Horn

Mischa Greull (Horn), Seung-Yeun Huh (Klavier), Andreas Janke (Violine)

Rubrik: CDs
Verlag/Label: Solo Musica
erschienen in: das Orchester 03/2018 , Seite 71

Für die Ein­spielung dieser CD haben sich drei her­vor­ra­gende Inter­pre­ten zusam­menge­fun­den: Hor­nist Mis­cha Greull, Pianistin Seung-Yeun Huh und Geiger Andreas Janke. Greull und Janke sind bei­de Mit­glieder des Ton­halle Orch­esters Zürich, Greull und Huh musizierten zusam­men im Huh Trio. Huh und ihre Schwest­ern spie­len gemein­sam in der klas­sis­chen Tri­obe­set­zung Vio­line, Cel­lo und Klavier.
Drei der Werke gehören zur bekan­nten Horn­lit­er­atur: die Sonate in F-Dur op. 17 für Horn und Klavier von Lud­wig van Beethoven, Ada­gio und Alle­gro in As-Dur op. 70 für Horn und Klavier von Robert Schu­mann und das Trio in Es-Dur op. 40 für Horn, Vio­line und Klavier von Johannes Brahms. Das vierte Werk ist ein Air für Horn solo von Jörg Wid­mann. Der Klar­inet­tist und Kom­pon­ist Wid­mann war in der Spielzeit 2015/16 Cre­ative Chair des Ton­halle-Orch­esters Zürich.
Das Air für Horn solo ist nicht nur für Horn allein. Mit Hil­fe von freis­chwin­gen­den Sait­en des Flügels sollen ineinan­der überge­hende Klänge entste­hen. Das Horn pro­duziert aus­giebig Töne der Natur­ton­rei­he mit erweit­erten Spiel­tech­niken wie Gestopft­blasen und Trillern. Der kom­plette Ton­um­fang und diverse Spielmöglichkeit­en des Instru­ments kom­men wun­der­bar zur Gel­tung.
Beethovens Horn­sonate wurde ursprünglich für das Naturhorn (ohne Ven­tile basierend auf der Natur­ton­rei­he) kom­poniert. Mit seinem schlanken klaren Ton kommt Greull dem Klang des Naturhorns sehr nah. Der Hor­nist und die Pianistin sind bestens aufeinan­der einge­spielt und bilden ein sehr homo­genes Duo im Zwiege­spräch. Mit ihrer passenden Leichtigkeit und Bril­lanz unter­stützt die exzel­lente Pianistin Huh den Hor­nisten in beson­der­er Weise.
Robert Schu­manns Ada­gio und Alle­gro für Horn und Klavier ist ein wahres Glanzstück für Hor­nisten. Von der Klangver­schmelzung des Ada­gios bis zum raschen und feuri­gen Alle­gro zeigen die zwei Inter­pre­ten emo­tionale und drama­tis­che Roman­tik.
Zu Brahms hat der Hor­nist Mis­cha Greull eine ganz beson­dere Beziehung. Brahms hat in Rüsch­likon in der Schweiz im Som­mer 1874 resi­diert. Das Anwe­sen wurde später von Greulls Großel­tern bewohnt und von dem jun­gen Greull oft besucht. Sein Bezug zu Brahms stammt aus dieser Zeit. Mit seinem war­men wand­lungs­fähi­gen Ton ist seine Liebe zu Brahms auf dieser Auf­nahme unüber­hör­bar. Alle drei Musik­er spie­len sauber und gefühls­be­tont bei der Wieder­gabe dieses Trios und find­en die passende Bal­ance in den vier Sätzen.
Aufgenom­men wurde die CD vom 8. bis 10. Feb­ru­ar 2017 im Radios­tu­dio Zürich unter der Auf­nah­meleitung von Andreas Wern­er von Silen­ci­um Musikpro­duk­tion. Mit ihren aus­geprägten musikalis­chen Fähigkeit­en bieten die drei Musik­er eine aus­geze­ich­nete Wieder­gabe von Werken für Horn.
Thomas Swart­man