Schildhauer, Thomas

Erfolgsfaktor Musikmarketing im Social Web

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Kohlhammer, Stuttgart 2012
erschienen in: das Orchester 01/2013 , Seite 66

Das Buch über Musik­mar­ket­ing im Social Web ist das dritte der „Edi­tion Kreativwirtschaft“. Anspruch der Her­aus­ge­ber Elmar D. Kon­rad und Her­bert Grün­er ist, Akteuren in der Kul­tur- und Kreativwirtschaft anwen­dung­sori­en­tiertes Know-how und the­o­retis­ches, ökonomis­ches und rechtlich­es Wis­sen zu liefern.
Der Band nimmt sich mit den Social Media eines Phänomens an, dessen Bedeu­tung für die Unternehmen­skom­mu­nika­tion nicht über­schätzt wer­den kann – ins­beson­dere für das Mar­ket­ing von Musik, einem Bere­ich, der sich selb­st durch die Dig­i­tal­isierung stark wan­delt. Inspiri­ert und fundiert wurde das Buch von Digi­Me­di­aL, einem Zer­ti­fikatskurs der Uni­ver­sität der Kün­ste Berlin (UdK) für Berlin­er Musik­er. Es umfasst zehn in drei Teile gegliederte Beiträge aus­gewiesen­er Experten.
Teil A, The­o­retis­che Grund­la­gen, nimmt den größten Raum ein. Der für den Band ver­ant­wortlich zeich­nende Thomas Schild­hauer, Mar­ket­ing-Pro­fes­sor an der UdK, erläutert die Grund­la­gen des strate­gis­chen Mar­ket­ings. Mit Musikver­mark­tung im Inter­net in Zeit­en des Mark­tum­bruchs auf­grund der Dig­i­tal­isierung beschäftigt sich Stephan Stei­gled­er, Direc­tor Dig­i­tal Media für Clas­sic & Jazz bei Uni­ver­sal Music. Er erläutert die Entwick­lung des deutschen dig­i­tal­en Musik­mark­ts, Geschäftsmod­elle wie Sub­scrip­tion oder Ad-fund­ed-Stream­ing und erfol­gre­iche inte­gri­erte Kom­mu­nika­tion im Onlinebere­ich. Mar­tin Grothe, Geschäfts­führer ein­er Social-Media-Beratung, stellt Ver­fahren der Ziel­grup­pen­analyse mit Social Media vor, wobei offen bleibt, wie die Instru­mente genau funk­tion­ieren. Der „Pro­fes­sor des Jahres 2011“ Dieter Georg Herb­st stellt sein Konzept Men­sch als Marke vor, was auf­schlussre­ich für einzelne Musik­er und gut auf größere Ein­heit­en im Musik- und Kul­turbere­ich über­trag­bar ist. Dies gilt auch für den Beitrag von Matthias Krebs, Kursleit­er von Digi­Me­di­aL, der anhand viel­er Beispiele den Wan­del von der Unerr­e­ich­barkeit zur „Nähe“ zwis­chen Musik­er und Pub­likum und beson­dere Merk­male der Beziehun­gen in sozialen Net­zw­erken erar­beit­et.
Teil B, Prak­tis­che Umset­zung, stellt zunächst Digi­Me­di­aL vor und analysiert dessen Lehrprax­is mit Blick auf Gen­der- und Diver­si­tykri­te­rien. Dieser Teil ist für Akteure der Weit­er­bil­dung auf­schlussre­ich, da er Lern­er­fahrun­gen bei Organ­i­sa­tion und Umset­zung des Kurs­es reflek­tiert. Nachgestellt sind Tipps und Tools zur Ziel­grup­pen­analyse von Mark­t­forschungs­fach­frau Brit­ta Lüerßen. Teil C heißt Fall­beispiele und beste­ht aus ein­er Vorstel­lung der Solokün­st­lerin Zoe Leela, die auch GEMA und Cre­ative Com­mons the­ma­tisiert, sowie einem Auszug aus einem in Digi­Me­di­aL erar­beit­eten und genutzten Leit­frage­bo­gen zur Entwick­lung eines indi­vidu­ellen Selb­st­mar­ket­ingkonzepts für Musik­er.
Durch die wis­senschaftliche Exper­tise und Branch­en­er­fahrung ver­schieden­er Fach­leute wird der kom­pak­te Band viel­seit­ig und erken­nt­nis­re­ich. Er bietet einen knapp-fokussierten Beitrag zu einem hochak­tuellen The­ma, denn: „Die Instru­mente des Social Web müssen beherrscht wer­den, um im Inter­net mit­spie­len zu kön­nen. Damit das Ensem­ble gut klingt, muss alles har­monieren, son­st ‚klap­pert‘ es.“
Rita Gerlach-March