Bernhard Richter/Matthias Echternach/Louisa Traser/Michael Burdumy/Claudia Spahn

Die Stimme

Einblicke in die physiologischen Vorgänge beim Singen und Sprechen

Rubrik: DVDs
Verlag/Label: Helbling
erschienen in: das Orchester 04/2018 , Seite 71

„Was passiert eigentlich im Kör­p­er beim Sprechen und Sin­gen?“ Ständig bedi­enen wir uns fan­tasievoller Bilder und Emo­tio­nen, um diejeni­gen Phänomene in Worte zu fassen, die klin­gend aus uns her­auskom­men. Darüber hin­aus sind die phys­i­ol­o­gis­chen, physikalis­chen und indi­vidu­ellen Fak­ten bezüglich der Stimme jedoch wichtig, um Prozesse ver­ste­hen und nachvol­lziehen zu kön­nen und somit die Arbeit an und mit der Stimme abzu­run­den.
Die vor­liegende DVD erläutert in 99 kurzen Film­clips zahlre­iche Phänomene rund um Stimme und Sin­gen und ist abso­lut empfehlenswert für alle, die ihr Ur-Instru­ment bess­er ken­nen­ler­nen möcht­en. Hin­ter dieser Her­aus­forderung steckt ein Autorenteam rund um das Freiburg­er Insti­tut für Musik­er­medi­zin (FIM) an der Hochschule für Musik Freiburg, das auf eine zehn­jährige Forschung zurück­greift und inspiri­ert war durch eine vorherge­hende DVD für Blasin­stru­mente.
Beson­ders erwäh­nenswert sind Struk­tur und Anschaulichkeit der Veröf­fentlichung. Dies begin­nt beim Book­let als über­sichtlichem Weg­weis­er. Es gibt drei Haup­tkapi­tel „Das Instru­ment Stimme“, „Stimm­liche Aus­drucksformen“ und „Unter­suchungsmeth­o­d­en“, unterteilt in viele Unterkapi­tel. Man weiß als Nutzer immer, wo man sich ger­ade im Menü befind­et, und wird von „Flüstern“ über „Textver­ständlichkeit in der Höhe“ bis hin zu Begriff­ser­läuterun­gen wie „Pas­sa­gio“ umfan­gre­ich informiert. Die Clips sind in sich schlüs­sig, indem sie nötiges Wis­sen vor­ab erk­lären, auf weit­ere Kapi­tel ver­weisen und me­dial eine große Spannbre­ite von Video, Audio, Ani­ma­tion, Analy­sen usw. aufzeigen. Den­noch ist es sich­er hil­fre­ich, mit dem Grun­dauf­bau der Stimme ver­traut zu sein.
Lediglich die leicht alt­modis­che Gesamt­gestal­tung und eine stereo­type Sänger­darstel­lung sind nicht sehr zeit­gemäß, aber unrel­e­vant für die Qual­ität der DVD. Wün­schenswert wären zudem die Möglichkeit ein­er Voll­bild­darstel­lung der Film­clips sowie eine Art Glos­sar. Wun­der­bar, dass die DVD auch auf Englisch funk­tion­iert und somit hof­fentlich inter­na­tion­al von Schule über Gesang­sun­ter­richt und Ther­a­pie bis hinein in die Musikhochschulen eine große Ver­bre­itung find­et.
Eva-Maria Kösters