Roland Dippel
DIE MISSLIEBIGE GATTUNG
Operetten und Musicals der DDR feiern ein sichtbares Comeback
Es kommt seit der Spielzeit 2025/26 endlich etwas mehr Bewegung in die Auseinandersetzung mit dem „Heiteren Musiktheater der DDR“. Das war dort bis 1989 der Sammelbegriff für das, was man im Westen als „musikalisches Unterhaltungstheater“ bezeichnete – also Operetten, Musicals, musikalische Lustspiele und Zwischenformen. Eine freie Theaterszene, Musical-Ballungszentren wie den Broadway oder Boulevardtheater gab es im Sozialismus nicht, jedoch spezifische Repertoire-Theater für Operette und Musical. Diese gehörten zu den Leuchttürmen der sozialistischen Kultur, als im Westen Häuser wie das Staatstheater am Gärtnerplatz und die Volksoper Wien seit den 1960er Jahren zunehmend Opern spielten.
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