Marco Frei
DAS HEUTE IM GESTERN
Programmhefte sollten aufzeigen, was Werke über unsere Gegenwart erzählen – das kann eine zeitkritische Tragweite entwickeln und die Relevanz steigern
Für Viktor E. Frankl ist die Sache glasklar. Wenn der Lauf der Geschichte wie ein Sturz von einer Katastrophe in die nächste erscheine, so habe das auch unmittelbare Auswirkungen auf die Kunst. „Kunst ist nicht nur nicht lenkbar, sondern sie ist auch nicht ablenkbar – sie lässt sich nicht ablenken von dem, was sie wahrnimmt.“ Alles andere hieße, Ästhetik mit Kosmetik zu verwechseln. Das schreibt der 1997 verstorbene Neurologe und Psychiater aus Österreich, ein Pionier der Logotherapie und Existenzanalyse, im Jahr 1975.
Aus der Feder von Frankl atmen diese Worte eine besondere Dringlichkeit und Wahrhaftigkeit. Wie durch ein Wunder hat Frankl als Jude während der Nazi-Zeit mehrere Konzentrationslager überlebt, darunter Theresienstadt und Auschwitz.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 5/2026.

