Dudgeon, Ralph T./Franz X. Streitwieser

Das Flügelhorn

Die Geschichte des Flügelhorns - illustriert am Beispiel der Sammlung Streitwieser im Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Edition Bochinsky, Bergkirchen 2004
erschienen in: das Orchester 11/2004 , Seite 80

Vom ursprünglichen Sig­nal­horn aus Tier­horn, Met­all oder Holz entwick­elte sich das Flügel­horn durch die Jahrhun­derte bis zu dem mod­er­nen Instru­ment von heute. Im 18. Jahrhun­dert wurde das Flügel­horn erst­mals als Jagdin­stru­ment beze­ich­net, geblasen vom Flügelmeis­ter, der die ver­schiede­nen Flügel der Jagdge­sellschaft dirigierte. Seinen war­men, run­den Horn­klang hat das Flügel­horn sein­er dama­li­gen konis­chen Bauweise zu verdanken.
In diesem Werk wird das Flügel­horn auf der Grund­lage der sehr umfan­gre­ichen Samm­lung Stre­itwieser im Musikin­stru­menten­mu­se­um in Schloss Krem­segg geschichtlich unter­sucht. Dieses Buch ist eine Gemein­schaft­spro­duk­tion des Musikin­stru­menten­mu­se­ums Schloss Krem­segg, Musi­ca Kremsmün­ster, der Stiftung Stre­itwieser und des Ver­lags PPVMe­di­en. Die Aus­gabe ist sowohl in deutsch­er als auch englis­ch­er Sprache erschienen, wobei bei­de Ver­sio­nen sehr gut ver­ständlich geschrieben sind. Für die Geschichte des Instru­ments, die Musik­beispiele und Bib­li­ografie war der Co-Autor Ralph Dud­geon verantwortlich.
Das Buch ist in drei Teile plus Anhang gegliedert. Der erste Teil bein­hal­tet die Geschichte des Flügel­horns von Natur-Sig­nal­hörn­ern über Klap­pen­flügel­hörn­er bis hin zu Clar­in­hörn­ern und das mod­erne Flügel­horn. Nicht nur die europäis­chen, son­dern auch die amerikanis­chen Ein­flüsse auf die Entwick­lung des Flügel­horns z. B. beim Cool­jazz sind hier erwähnt.
Im zweit­en Teil sind die Instru­mente der Samm­lung in sechzehn unter­ge­ord­neten Klas­si­fizierun­gen abge­bildet. Über 130 Seit­en her­vor­ra­gend schar­fer Bilder doku­men­tieren diese Samm­lung. Die Fotografin Petra Shram­böh­mer hat sehr detail­lierte Fotos der ver­schiede­nen Instru­mente in aus­geze­ich­neter Qual­ität pro­duziert. Nahauf­nah­men von Markierun­gen der Instru­menten­mach­er sind vorhanden.
Im drit­ten Teil sind die abge­bilde­ten Instru­mente vor­ange­gan­genen Teils im Detail erläutert. Eine erste Samm­lung von über 900 Trompe­ten und Flügel­hörn­ern ist 1992 von Her­bert Heyde kat­a­l­o­gisiert wor­den. Seit­dem wur­den noch über 200 Instru­mente zusät­zlich in die Samm­lung aufgenom­men. In diesem Buch wer­den die Flügel- und 
Bügel­hörn­er dieser sehr großen Samm­lung doku­men­tiert. Infor­ma­tio­nen zu Fab­rika­tion­sort und ‑datum, Mate­r­i­al, Tonart, Länge und Bohrung des Instru­ments sowie Ven­til- und Schall­stück­durchmess­er sind angegeben.
Abkürzun­gen, eine Auswahl von musikalis­chen Werken und ein Lit­er­aturverze­ich­nis sind im Anhang beigegeben. Als Ergänzung zu diesem Buch wäre nur ein Besuch im Musikin­stru­menten­mu­se­um im Schloss Krem­segg empfehlenswert.
Thomas Swart­man