Frauke Adrians

BAYREUTH: Ende des Schweigens

Die Bayreuther Festspiele richten zur 150-Jahr-Feier den Fokus auf ihre antisemitische Geschichte

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2026 , Seite 63

Nicht Wagner, sondern Beethoven zum Auftakt. Eine große Rede über Antisemitismus – den Judenhass Richard Wagners, den der folgenden Wagner-Generation, den heutigen in Deutschland –, gehalten vom jüdischen Publizisten Michel Friedman. Und eine Opernpremiere, die von Aufstieg und Fall eines Diktators erzählt: Dieser Bayreuth-Auftakt war anders. Man feierte 150 Jahre Festspiele, aber die Brüche und die Verbrechen, die nicht vergangen sind, kamen mit auf die Bühne. Das ist maßgeblich zwei heutigen Wagners zu verdanken.
Zwei Frauen: Katharina, Bayreuths Festspielleiterin, und Nike, langjährige Weimarer und Bonner Festivalleiterin im Geiste des gemeinsamen Ururgroßvaters Franz Liszt. Dass Nike auf Einladung Katharinas eine scharfsinnige, amüsante und familienkritische Rede hielt, in der sie die Hitlergegnerin Friedelind Wagner würdigte, ist eines der besten Geschenke, die die Wagners sich und Bayreuth zum 150-jährigen Bestehen machen konnten.

Lesen Sie weiter in Ausgabe 11/2026.

Page Reader Press Enter to Read Page Content Out Loud Press Enter to Pause or Restart Reading Page Content Out Loud Press Enter to Stop Reading Page Content Out Loud Screen Reader Support